Cover

Hochzeit auf Niedersächsisch –

Wellengeflüster in Wülferode

Bonusgeschichte von Brina Stein zu ihrer »Wellengeflüster«-Buchreihe

Besuchen Sie uns im Internet:
www.verlagshaus-el-gato.de

Alle Rechte vorbehalten.

Das Werk darf – auch teilweise – nur mit
Genehmigung des Verlags wiedergegeben werden.

Lektorat:
Andrea el Gato

Cover-Gestaltung:
Attila Hirth

Bildnachweis:
© iStockphoto/ illustration ID 520320698

Verwendeter Font:
Papyrus © Esselte Corporation 1997

eBook-Produktion:
Cumedio Publishing Services – www.cumedio.de

v1/ b9

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

Inhalt

Gewidmet meinen treuen Wellengeflüster-Fans
und allen neuen Lesern, die mich gern entdecken möchten.

Vorwort

Hallo lieber Leser,

 

Willkommen in der Welt von Brina Stein. Ach, Sie kennen mich schon und sind mit mir und meiner Wellengeflüster-Buchreihe schon seit ein paar Jahren auf Reisen über alle Meere? Dann haben Sie heute die Gelegenheit eine Bonusgeschichte von mir zu lesen, die nach meinem Roman »115 Tage an Tisch 10 – Wellengeflüster auf Weltreise spielt«, der am 01. Februar 2017 im Verlagshaus el Gato erschien. Die Landfrauen sind von ihrer Weltreise zurück und heute werden sich Ina und Basti endlich auch das kirchliche Ja-Wort geben. Die kleine Filippa wird getauft und Sie können eine wunderschöne Hochzeitsfeier in Wülferode miterleben, die aufgrund der Landfrauen, wie immer, ein wenig chaotisch verlaufen wird. Natürlich gibt es auch ein Wiedersehen mit Hans-Hugo, Kalli und Josef.

Sie haben keine Ahnung, wen ich hier meine, da Sie bisher noch nie etwas von mir gelesen haben? Gar kein Problem! Sie können diese Geschichte ohne Vorkenntnisse lesen und vielleicht werden Sie ja neugierig auf die Vorgeschichten meiner Hauptpersonen. Dazu finden Sie im Anschluss der Bonusgeschichte eine Zusammenstellung meiner bisherigen Wellengeflüster-Buchreihe.

 

Aber nun auf nach Wülferode, zur Niedersächsischen Hochzeit, viel Lesespaß wünscht,

Brina Stein

Prolog

Ina blickt hinüber zu ihrem Wecker, dieser zeigt 4 Uhr 20. Genervt rollt sie sich auf die andere Seite und schüttelt ihr Kopfkissen neu auf.

»Kannst du auch nicht schlafen?«, fragt Basti leise.

Froh, seine Stimme zu hören, kriecht sie ein wenig näher zu ihm heran. »Nein, und in einer guten halben Stunde wird Filippa aufwachen und ihre Flasche haben wollen.«

Basti sieht hinüber zu der Wiege, die am Fußende ihres gemeinsamen Bettes steht. »Noch schläft sie«, meint er.

»Beschreie es bloß nicht«, murmelt Ina. Gegen Mitternacht hatte sie ihrer vier Monate alten Tochter das letzte Mal die Flasche gegeben und bereits da war sie so müde, dass sie dabei fast eingeschlafen war.

»Grrrrrrrrrrrrr«, knurrt es vorwurfsvoll aus der anderen Ecke des Schlafzimmers.

»Siehst du, nun hast du Herrn Schmitt aufgeweckt«, meint Ina. Als der Hund seinen Namen hört, springt er sofort aus seinem Körbchen und setzt sich neben das Bett. Freudig wedelt er erwartungsvoll mit dem Schwanz.

»Der muss mal«, weiß Basti.

»Gehst du?«, fragt Ina.

»Ja, sicher«, meint er, setzt sich auf und schlurft durch das Schlafzimmer um das Bett herum. Als er zurückkommt, sieht er kurz nach seiner Tochter, doch sie schläft noch. Er kuschelt sich zurück ins warme Bett.

»Ich bin so aufgeregt«, beginnt Ina.

Basti gähnt demonstrativ und hofft so, noch eine Mütze Schlaf nehmen zu können.

»Du nicht?«, will sie wissen.

»Ja, doch klar«, antwortet er.

»Na, das klingt ja cool. Hör mal, heute ist der große Tag, wo Sebastian Joeris seine Frau Ina Joeris endlich auch kirchlich heiraten wird. Und außerdem ist es der Tauftag unserer Tochter Filippa.«

Statt einer Antwort, nimmt Basti seine Frau in den Arm.

»Sie werden alle kommen«, plappert Ina munter weiter.

»Oh ja«, sagt Basti, »und deine Mädels, die rüstigen Landfrauen, werden bestimmt wieder einige Katastrophen verursachen. Hoffentlich gibt es nicht wieder was zu ermitteln.« Kichernd wirft Ina mit dem Kopfkissen nach ihrem Mann.

»Was soll es bei unserer kirchlichen Hochzeit schon zu ermitteln geben?«, lacht sie auf.

»Die finden immer was, vielleicht ein paar düstere Geheimnisse aus unseren Familien, wer weiß.«

»Ich bin so gespannt auf Josefs Predigt«, spricht Ina weiter. Nun setzt Basti sich auf, er hat verstanden, dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist.

»Du, das haben wir doch alles mit ihm durchgesprochen. Das wird schon werden.«

Ina schüttelt über die Gelassenheit ihres Mannes den Kopf. Plötzlich zuckt sie zusammen.

»Was hast du?«, fragt Basti beunruhigt.

»Was? Ja, was ist, wenn dir mein Hochzeitskleid nicht gefällt?«

»Ina, nun komm mal runter, es ist kurz nach halb fünf Uhr morgens und …«, weiter kommt er nicht, denn die kleine Filippa meldet sich mit einem ersten zarten Schrei. Ina und Basti kennen das schon, innerhalb der nächsten fünf Minuten würde sie so laut wie eine ausgelöste Alarmanlage werden.

Basti schlägt die Decke zurück und seufzt: »Also, alle aufstehen, heute wird kirchlich geheiratet.«

Hochzeit auf Niedersächsisch – Wellengeflüster in Wülferode

Nervös rennt Rita vor der Fachwerkkapelle aus dem 17. Jahrhundert auf und ab. Sie hat keinen Blick für das schöne Gebäude, ist sie doch in Wülferode geboren und aufgewachsen. Die Hochzeitsgesellschaft von immerhin stolzen 100 Personen ist bis auf das Brautpaar fast vollständig versammelt. Genervt steckt sich Rita eine Zigarette an. Ihre Freundin Rosi tritt zu ihr und legt einen Arm um ihre Schulter.

»Sie kommen bestimmt gleich.«

Rita stößt den Rauch aus wie ein Pferd, das nach einem langen Ritt seine Nüstern freimachen will. Mit verkniffenem Bick starrt sie über das weite platte Land und seine angrenzenden Felder.

»Hoffentlich noch vor dem Brautpaar mit der kleinen Filippa. Das ist einfach nur peinlich von Ute und Kalli. Warum sind die nicht gestern Abend schon angereist?«

»Donnerstags hat Kalli doch immer seinen Skatabend«, hilft Rosi der Freundin weiter.

»Skat – Skat – Skat, H-E-U-T-E ist die Hochzeit und die Taufe von unserem kleinen Schatz und W-I-R sind die drei Patentanten.«

»Nummer drei kommt auch gleich«, sagt eine männliche Stimme hinter ihnen. Rita dreht sich erst gar nicht um, sondern blafft nur fragend: »Hans-Hugo, wie kannst du nur so ruhig sein?«

Dieser zuckt mit den Schultern. Er kennt die drei Frauen nun schon seit fast zwei Jahren und speziell Ritas Temperament mag er, wenn es ihn auch von Zeit zu Zeit erschreckt. Da erblickt Rita einen Mann mit einer großen Videokamera. Sofort geht sie zu ihm rüber und fragt neugierig: »Sind Sie vom Fernsehen?«

»Nein, aus Buxtehude«, ist seine Antwort.

Fragend zieht Rita die Augenbrauen hoch. Der Mann versteht.