Marchen




The Gaywor(l)d

Tina Filsak



Gay-BDSM-Fantasy


Impressum

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Copyright © 2016 Weibsbilder-Verlag

All rights reserved.

1. Auflage: Januar 2017

ISBN-E-Book: 978-3-947005-31-4


Weibsbilder-Verlag Catrin Kaltenborn

Krienitzstr. 1a, 06130 Halle / Saale

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Bilder: http://de.123rf.com

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Umschlaggestaltung: Weibsbilder-Verlag

Text: Lady Tina Filsak of Glencairn

Korrektur: Bernd Frielingsdorf

Buch-Konvertierung: Weibsbilder-Verlag


Kontakt zur Autorin

Facebook Autorenpage: Tina Filsak

Autorenpage: http://www.tinafilsak.at




Nachdruck, Vervielfältigung und Veröffentlichung sind nicht gestattet oder bedürfen der ausdrücklichen Zustimmung der Autoren.

Die Illustrationen auf dem Einband bzw. Titelseiten werden nur für darstellerische Zwecke genutzt. Jede abgebildete Person ist ein Model.


Sämtliche Personen sowie Handlungen sind frei erfunden.

Ähnlichkeiten sind zufällig und nicht beabsichtigt.

Diese Geschichte ist nur für volljährige Leser geeignet, die sich nicht an expliziten homoerotischen Schilderungen stören! Ein Teil des Inhalts schildert zudem explizit einvernehmliche BDSM-Handlungen.


Unserer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Im realen Leben sieht es etwas anders aus!

Safer Sex ist ein absolutes Muss!


„Cover your stump before you hump“


***


Inhalt


Nach dem unerwarteten Tod seines geliebten Vaters hat der junge Dom Snow. D. White alles verloren. Da nun seine Stiefmutter auch ihm nach dem Leben trachtet, um an sein Erbe zu kommen flieht er kopflos in die Berge. Dort findet er Zuflucht bei einer ungewöhnlichen WG von 7 Subs.


Diese Geschichte war ursprünglich Bestandteil der Märchen Que(e)rbeet-Anthologie Band 2.


Akte


Ein Apfelkrimi


apfel






Es war einmal

in einer großen Stadt in einem mächtigen Land

Ja, so fangen alle Märchen an!

Auch die Geschichte von Snow D. White.


Kingdom


»Das alles wird bald dir gehören, Snow! Sowie du deinen einundzwanzigsten Geburtstag feierst, will ich dir das Kingdom überschreiben. Du hast bewiesen, dass du den Club ebenso gut leiten kannst, wie deine Mutter es getan hat. Ach Junge, du bist ihr so ähnlich.« Gregor White seufzte leise. Er stand mit seinem Sohn im Büro des Club Kingdom und sie betrachteten das lebhafte Treiben der Besucher durch die große Glasscheibe, die ein Einwegspiegel war. Den Anwesenden war nicht bewusst, dass sie von oben beobachtet wurden, und sie gaben sich entspannt ihrer Abendgestaltung hin.

Der Club Kingdom war der angesagteste BDSM-Club der Stadt. Sein guter Ruf reichte weit über die Grenzen der Stadt hinaus und die Gäste kamen von weither angereist, um sich hier zu vergnügen. Es galt das Motto: Alles ist erlaubt, solange es einvernehmlich ist und niemand zu Schaden kommt. Man erlegte den Besuchern keinerlei Zwänge auf und akzeptierte ihre Marotten. Selbst Prominente aus Politik und Showbusiness waren unter den Stammkunden. Wer sein Gesicht nicht zeigen wollte, trug eben eine Maske. Doch Diskretion war zugleich mit Sicherheit das oberste Gebot.

Seine Eltern gründeten den Club, schon vor seiner Geburt. Herrin Dorothe, Snows Mutter, hatte ihn mit strenger Hand, jedoch einfühlsam, als die Hausdomina zu dem gemacht, was er heute war. Gregor White hatte ihr all die Jahre als ihr treu ergebener Ehesklave zur Seite gestanden. Privat wie beruflich überließ er nur allzu gerne seiner starken Frau die Führung, fügte sich ihr willig und mit Freude. Es war wahre Liebe und als Dorothe schwanger wurde, waren sie beide überglücklich.

Sie tauften ihren Sohn Snow, wegen der auffälligen weißblonden Strähne in den ansonsten ebenholzschwarzen Haaren, die er schon als Baby aufwies.

Snow war ein glückliches Kind und wuchs in einem von Liebe, aber auch Regeln bestimmten Umfeld auf. Für ihn war es von jeher selbstverständlich, dass der Wille seiner Mutter Gesetz war. Er hatte sich nie daran gestört, dass Vater an den wenigen freien Abenden, die sie gemeinsam zu Hause verbrachten, beim Fernsehen zu Dorothes Füßen lag. Sogar das Gregor die gesamte Hausarbeit übernahm und Schelte bekam, wenn er etwas schlampig machte, war für den kleinen Snow Alltag. Er liebe und verehrte seine starke Mutter und eiferte ihr begeistert nach.

Erst als er zur Schule kam, wurde ihm klar, dass das Rollenbild in den anderen Familien sich sehr von dem, welches er kannte, unterschied. Die Mütter seiner Klassenkameraden hatten zumeist wenig zu sagen und ihre Männer behandelten sie oft respektlos. Wenn Snow davon berichtete, wie es bei ihnen zu Hause lief, wurde er komisch angesehen oder sein Vater gar als Schwächling beleidigt. Snow konnte das nicht verstehen. Trotz offensichtlich umgekehrter Rollen gab Dorothe White ihrem Ehemann niemals das Gefühl, ihn nicht zu lieben, zu respektieren oder seine Unterwerfung nicht wertzuschätzen.

Jedes Mal, wenn ihr Sohn weinend und verwirrt aus der Schule kam, erklärte Dorothe ihm mit unendlicher Geduld, wie sehr sie seinen Vater liebte und schätzte. Nur ein mental starker Mann vermochte einen derart perfekten Sub abzugeben, wie Gregor es tat. Und sie musste ihn nicht dazu zwingen, denn er verwöhnte seine Herrin, weil sie beide diese Situation genossen.

Für Dorothes Gatten war es zum Beispiel selbstverständlich, ihr die Autotür zu öffnen und seine Hand entgegenzustrecken, um ihr beim Aussteigen zu helfen. Er erledigte den Haushalt, damit sie sich für ihre anstrengende Tätigkeit, den Club zu führen, schonte und auch, um zu verhindern, dass sie sich einen ihrer gepflegten Fingernägel abbrach. Es machte ihn glücklich und stolz, sie glücklich zu sehen. Snow konnte darin nichts Falsches erkennen, seine Eltern liebten einander mehr, als so manche der angeblich normalen Eltern seiner Schulkollegen es taten. Die Scheidungsrate sprach eine deutliche Sprache. Dennoch litt Snow unter der Situation, ein Außenseiter zu sein.

Mit zehn Jahren wechselte er von der öffentlichen Grundschule auf eine Privatschule. Seine Mutter riet ihm, es hier anders zu versuchen und keine Details von sich und ihrem Familienleben preiszugeben. Die Kinder in seiner neuen Klasse würden es ohnehin genauso wenig verstehen, und wenn er sich ihnen anpasste, gab es keinen Grund, ihn zu mobben. Snow vertraute ihr, und wie sie es vorhergesagt hatte, fand er rasch Freunde und war binnen drei Monaten Klassensprecher.