Für Teresa – meine einzigartige Tochter

Viktor Glass, geboren 1950 in Iserlohn, studierte Sinologie und Publizistik in Bochum. Er veröffentlichte mehrere Bände mit Erzählungen und Romanen, u. a. den sehr erfolgreichen Roman »Diesel« über das Leben von Rudolf Diesel. Viktor Glass lebt in Augsburg und ist ein hervorragender Kenner der Augsburger Industrie- u. Sozialgeschichte.

Viktor Glass

Schüssler und die verschwundenen Mädchen

Es wäre ganz einfach. Sie würde sich nur nach vorn fallen lassen müssen. Die braunen Fluten, die drei oder vier Meter weiter unten durch ihr starres Blickfeld dahinströmten, würden sie in ihre kalten, aber gnädigen Arme schließen. Ihr Körper würde sich vielleicht ein paar Sekunden lang wehren, aber dadurch würden sich ihre Lungen um so schneller mit Wasser füllen. Es würde schwarz um sie werden, eine Wärme würde sie durchströmen. Es hieß, in den letzten Augenblicken wäre das so. Dann wäre alles vorbei. Erniedrigung, Armut, Not, Verzweiflung. Der Tod war die beste Lösung. Die einzige. Sie wankte nach vorn.

Jemand riss sie zurück. »»Was tun Sie da?«

»Lassen Sie mich in Ruhe«, sagte sie.

»Wenn Sie da hineinfallen, kann niemand Sie retten. Es wäre der sichere Tod.«

»»Sicher? Um so besser.«

»»Aber alles ist besser als der Tod«, beharrte die Stimme des Mannes.

»»Was wissen Sie denn?« Für sie waren das leere Worte.

»Das Leben ist schwer«, sagte er. »Für alle, nicht nur für Sie. Ich kann mehr davon erzählen, als Sie sich vorstellen können.« Er hatte sie, während er sprach, behutsam in Richtung des Weges bugsiert, wo sie nicht ohne Weiteres zum Wasser konnte. Die Wertach führte ihr schlammig braunes Frühlingshochwasser aus den Bergen und war breiter, höher und schneller als sonst, mit ihren Strudeln gefährlich auch für die, die nicht vorhatten, in diesen Fluten ihr Leben zu beenden.

»Lassen Sie mich«, wiederholte das Mädchen. Seine Worte sagten ihr nichts.

»Das werde ich nicht tun. Schauen Sie sich doch mal um. Es ist Frühling. Überall beginnt das Leben neu. Die Bäume werden grün, im Gras blüht es überall, Tausende von Blumen ringsum, und Sie …« Er kam mit seinem Gesicht näher. »Sie sind die schönste Blüte von allen.«

»Erzählen Sie keinen Unsinn.«

»Ich war damals in Sedan dabei. Ich habe die Menschen sterben sehen und bin selbst dem Tod mehrere Male gerade noch entkommen. Seitdem habe ich ein Auge für die Schönheit und kann sie beurteilen. Und Sie sind schön. Ich habe Sie schon eine Weile beobachtet, wie Sie von der Brücke auf den Damm geschritten sind, elegant und geschmeidig wie ein junges Reh, mit Entschlossenheit und doch zögernd, so wie dieses Tier aus dem Waldrand hervortritt. Ihr Blick war so traurig und so verzweifelt. Ich wollte Sie ansprechen und fragen, ob ich Sie malen darf. Dann sind Sie am Wasser stehen geblieben, und ich wusste, was Sie vorhatten.«

»Dann lassen Sie mich jetzt.«

»Keinesfalls. Darf ich Sie malen?«

»Wozu?«

»Um der Welt diese Schönheit zu erhalten.«

Sie lachte spöttisch. »Nicht nötig. Wer interessiert sich schon dafür? Und ich - ich habe auch nichts davon.«

»Doch«, beharrte er. »Wenn Sie das Honorar in der Hand halten, werden Sie anders reden. Es ist kein Almosen. Von der Summe werden Sie drei bis vier Monate durchstehen können. Geben Sie Ihrem Leben diese Chance. Und schenken Sie mir einen Monat davon. Stehen Sie mir Modell.«

Ihre Kopfbewegung verneinte, aber ihre Augen sagten schon ja. Er brauchte jetzt nicht mehr viel Überredungskunst. Was sind schon drei, vier Monate, besonders wenn in dieser Zeit wenigstens die Geldsorgen weg sind? Eine Bedenkzeit. Vielleicht war noch nicht alles verloren.

»Na also«, sagte er. »Wir beide, wir schaffen ein Meisterwerk.«

Sie ließ es zu, dass er seinen Arm durch ihre Armbeuge schob und sie dicht an sich zog, als hielte er einen Schirm über sie. So führte er sie hinauf zur uralten Stadt auf dem Hügel zwischen Wertach und Lech.

Hinter ihnen schwebte der Tod über den leise glucksenden Fluten und wartete ab.

1. Vermisst

Draußen hatte Schneetreiben eingesetzt, und der Sturm rüttelte an den Fenstern des Gasthofs Zum Lahmen Hasen in einem nordwestlichen Vorort der uralten Reichsstadt Augsburg, als ein Mann mit gerötetem Gesicht den schweren Filzvorhang des Windfangs teilte und einen Schwall Kälte in den Saal mitbrachte. Er entfernte sich ein paar Schritte vom Eingang, hängte seinen langen schwarzen Gehrock an einen freien Haken an der Wand, seinen alten Melonenhut darüber. Er rieb sich die Hände, nahm einen Lesestab mit der heutigen Zeitung mit an einen Tisch direkt an einem der dicken Pfeiler und winkte einer Kellnerin, bevor er seine drahtige Gestalt auf einen Stuhl platzierte und die Augsburg-Münchener Abendzeitung parallel zur Tischkante zurechtrückte.

»Bringen Sie mir bitte ein Bier«, sagte er, »und eine Virginia.«

»Gleich zum Anzünden?«

Er schüttelte den Kopf. »Ich rauche sie erst zum zweiten Bier.«

Er begann die politischen Nachrichten auf der eng bedruckten ersten Seite zu lesen und bedankte sich ohne aufzuschauen, als das Bier und ein Holztablett mit der Zigarre hingestellt wurden. Er fand einen Bericht, in dem wie so oft über die Sozis hergezogen wurde, da sie angeblich im ganzen Reich die Dienstboten aufgehetzt hätten. Überall verlangte das Hauspersonal jetzt scheinbar Lohn, als ob die Leute nicht schon kostenloses Essen und Wohnen bekämen, manchmal sogar die abgelegte Kleidung ihrer Herrschaft. Was wollten sie also mit zusätzlichem Lohn? Mit Geld könnten Dienstboten doch gar nichts anfangen, da sie schließlich keine freie Zeit hätten, in der sie es ausgeben könnten, entschied der Schreiber der Zeilen. Aber nein, in Würzburg hätten sogar einige für einen ganzen Tag den Dienst versagt und hätten sich auf der Straße versammelt, bis die Polizei sie vertrieben oder verhaftet hatte. Zeiten waren das!

Dabei sollten diese Hausangestellten wirklich froh sein, dass sie etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf hatten, denn so einfach war das nicht. Arbeit im Haushalt gab es immer weniger, und in der Industrie sah es nicht besser aus. Überall rüsteten die Fabriken, in denen sich bisher leicht Arbeit finden ließ, auf Maschinen um, die die teure Handarbeit erleichterten, beschleunigten oder gar ganz ersetzten. In der Augsburger Textilindustrie gab es zum Beispiel Kardier- und Spinnmaschinen, automatische Webstühle, Bleich- und Färbemaschinen und so weiter. Ganze Berufszweige starben dadurch aus, und eine Arbeit im Haushalt war bis jetzt vergleichsweise sicher gewesen. Gerade heute gab es eine Meldung, dass die Merz’sche Kammgarnspinnerei vielleicht wieder rund hundert Arbeiter entlassen wollte. Genaues war noch nicht bekannt.

Ein Räuspern störte seine Lektüre. »Danke. Sie können jetzt gehen. Ich melde mich, wenn ich etwas brauche«, sagte er, als er meinte, die Kellnerin aus dem Augenwinkel noch neben dem Tisch stehen zu sehen.

Es war aber eine männliche Stimme, die sich jetzt erneut räusperte. Er schaute auf und erkannte die dunkelgrüne Uniform der Chevauxlegers, des Vierten Reiterregiments »König«, das in der Kaserne hinter der Ulrichs-Basilika stationiert war.

Der Soldat, noch ein bisschen hagerer als er selbst, hielt seinen Helm in der Hand, eine preußisch anmutende Pickelhaube, die vor einiger Zeit den bayrischen Raupenhelm ersetzt hatte. Ludwig würde sich an den Anblick nie gewöhnen, wie bei so Vielem, was sich seit der Reichsgründung verändert hatte.

»Herr Schüssler?«, fragte der Soldat.

»Ja. Was kann ich für Sie tun?« Ludwig Schüssler nahm an, dass der Mann nicht dienstlich, sondern privat zu ihm kam, weil er den Helm in der Hand hielt und sich nicht mit Dienstgrad vorgestellt hatte.

»Darf ich mich setzen?«

Ludwig nickte, deutete auf den Platz gegenüber und griff jetzt doch schon nach der Virginia. Den Geruch nach Pferd wurde ein Kavallerist nie los.

»Soll ich Ihnen einen Kienspan holen?«

»Danke. Ich habe Zedernspäne.« Ludwig Schüssler griff in die Innentasche seiner Jacke und holte ein dünnes Glasröhrchen hervor, zog den Korken ab und nahm eins der schmalen, flachen Stäbchen heraus. Die Kellnerin, die gerade etwas an den Nachbartisch brachte, sah es und nahm es mit.

»Sie sind mir empfohlen worden«, sagte der Soldat.

»Hm«, brummte Schüssler, der gern in Ruhe die Zeitung gelesen hätte.

»Es geht darum, dass mein Mädchen verschwunden ist.«

»Will vielleicht nichts mehr von Ihnen wissen.«

»Doch, doch. Wir wollten uns bald verloben. Ich möchte deswegen bei der Armee meinen Abschied einreichen und meinen Beruf als Tischler wieder aufnehmen. Das wollten wir alles besprechen, deswegen waren wir am Sonntag zu einem Spaziergang verabredet. Im Rosengarten. Wir wollten dann zum Konzert am Musikpavillon gehen. Dort haben wir uns auch vor einem Jahr kennengelernt. Damals gab es schon das erste Frühlingswetter. Jetzt war unser Jahrestag.« Er sagte es mit wehmütiger Miene.

»Sie waren also am Sonntagvormittag verabredet?«

Der Reitersoldat nickte. »Sie ist nicht gekommen, obwohl sie sich so sehr darauf gefreut hat. Sie hat mich noch nie versetzt. Wenn wir uns treffen wollten, war sie meist vor mir da und ging in der Nähe des Pavillons spazieren. Ich brauchte nur nach ihrem weißen Sonnenschirm Ausschau zu halten. Diesmal habe ich lange auf sie gewartet, aber schließlich musste ich in die Kaserne zurück. Wir haben für alle Fälle einen Treffpunkt im Park, wo wir uns finden, auch wenn wir nicht verabredet sind. Da habe ich mehrmals geschaut, auch an den Tagen darauf. Sie kennt ja meinen Dienstplan. Aber sie kam am Montag nicht und am Dienstag nicht, und am Mittwoch habe ich dann gewagt, bei ihrer Herrschaft nachzufragen, ob sie vielleicht krank ist, und das Hausmädchen hat mir gesagt, sie arbeite gar nicht mehr da.«

»Kommt öfter vor in letzter Zeit«, sagte Schüssler und schaute auf. Die Kellnerin war mit dem glimmenden Zedernspan zurück, und er steckte sich das Mundstück der Virginia zwischen die Lippen.

»Möchten Sie auch etwas bestellen?«, fragte sie den Chevauxlegers.

Der schüttelte den Kopf. »Ich gehe gleich wieder.«

Ludwig hielt den vorderen Rand der Zigarre an den glühenden Span und drehte das Mundstück langsam, damit die Glut gleichmäßig auf den fest gewickelten Tabak überging. Wenn dieser einmal schief anbrannte, bekam man die Zigarre nicht wieder hin, und man musste sich bis zum Schluss ärgern. Vorsichtig sog er die Luft durch den Rauchkanal, der immer durch das Herausziehen eines Grashalms entstand, und schaute dabei dem Soldaten ins Gesicht. Der staunte, denn mit den Lippen ein flaches Mundstück so zu drehen, dass eine exakte Kreisbewegung entstand, das brachte nicht jeder fertig.

Schließlich brannte die Zigarre gleichmäßig, Ludwig Schüssler paffte eine Wolke vor sich her, die am Pfeiler neben dem Tisch langsam emporstieg. »Hat sie vielleicht eine Freundin, bei der sie ein paar Tage geblieben sein kann?«

Der Soldat zuckte mit den Schultern. Er war in sich zusammengesunken. »Ich glaube nicht. Vielleicht weiß Veronika etwas, aber mir wollte sie nichts sagen.«

»Wer ist Veronika?«

»Das Hausmädchen von den Häberles. Dort hat auch Luise gearbeitet.«

»Luise also. Und weiter?«

»Habenicht. Sie heißt Luise Habenicht.«

»Hm. Und Sie?«

Der Soldat machte ein erschrockenes Gesicht. »Verzeihung. Ich habe mich nicht vorgestellt. Ich war so aufgeregt, als ich Sie anzusprechen wagte. Augustin Hipp, Viertes Chevauxlegers-Regiment König.«

»Und wie sind Sie auf mich gekommen?«

»Durch Herrn Hagedorn. Der Name stand in der Zeitung, als über den Entführungsfall berichtet wurde, den Sie gelöst haben, und ich habe ihn aufgesucht, um zu erfahren, wie ich Sie erreiche. Ich bin anschließend zu Ihnen nach Hause gegangen, und Ihre Wirtin sagte mir dann, dass ich Sie hier finde.«

Der »Entführungsfall« vor mehr als einem Jahr war eigentlich keiner gewesen. Ein achtjähriges Mädchen hatte sich auf dem Obstmarkt von der Hand der Bediensteten gelöst und war in der Menge verschwunden. Als die kleine Elise nicht zu finden war und auch nicht zu Hause auftauchte, wurde bei der Polizei Vermisstenanzeige aufgegeben. Man glaubte sofort an eine Entführung.

Der Fall hatte in ganz Augsburg für Aufregung und Mitgefühl gesorgt. Den Eltern des Kindes ging die Polizeiarbeit zu langsam, voller Ungeduld hatten sie schon am zweiten Tag Ludwig Schüssler beauftragt, der sich in der Stadt bereits einen guten Ruf als »Privatpolizist« geschaffen hatte. Ludwig hatte zunächst mit einer Durchsuchung des Elternhauses am Kitzenmarkt begonnen und das Personal befragt.

So erfuhr er vom Küchenmädchen, dass die Kleine gern auf Entdeckungsreise in den Vorratskeller mitging, wenn sie selbst dort etwas zu holen hatte. Mit dem Wissen, dass es in diesen uralten Häusern unter dem Keller noch tiefere Räume gab, bis zu vier Etagen unter dem Straßenniveau, die meist nicht mehr genutzt wurden, kam Ludwig auf die Idee, nach einem Zugang zu suchen und fand auch einen recht versteckt liegenden. Die Kleine hatte sich aus Angst vor Strafe, weil sie weggelaufen war, im nächsttieferen Keller versteckt. Diese wunderbare Rettung des Kindes stärkte Ludwigs guten Ruf, brachte ihm aber von der Polizei den Hinweis ein, dass er sich nicht in ihre Arbeit einzumischen habe.

»Bitte«, sagte Augustin Hipp. »Finden Sie Luise. Ich habe große Angst um sie. Ich frage mich, warum sie sich nicht einmal gemeldet hat. Ihr muss etwas zugestoßen sein.«

Oder sie hat ihrem Leben ein Ende gesetzt, dachte Ludwig, sprach es aber nicht aus. Er hielt es für sinnlos, nach der Frau zu suchen, und der Mann, der hier ganz unsoldatisch wie ein Häufchen Elend am Tisch saß, ging ihm auf die Nerven. Sollte er doch zur Polizei gehen, die war zuständig für so etwas und hatte eine gewisse Routine. Er selbst durfte in solchen Fällen eigentlich gar nicht tätig werden und hatte schließlich genug Anderes zu tun. Er würde sich nur wieder Ärger einhandeln. Er war in den Hasen gekommen, um sich eine Ruhepause zu gönnen.

Es war seine tägliche Gewohnheit, eine Zigarre zu rauchen und die Zeitung zu lesen, und heute wollte er sich Zeit dafür lassen, bevor es wieder hinausging in den Schneesturm. Er musste auch früh schlafen gehen, denn ab morgen hatte er einen neuen Bewachungsauftrag in einem Textilgeschäft in der Unterstadt. Dort sollte er schon eine Stunde vor Ladenöffnung erscheinen, um mit dem Prinzipal alles Wichtige zu besprechen. Angeblich wurde in dem Laden überdurchschnittlich viel Ware gestohlen.

Der Soldat blieb hartnäckig. Er erzählte von Luise Habenicht, von ihrer Schönheit, ihrem Fleiß und ihren sonstigen Vorzügen, von denen es eine endlose Menge zu geben schien.

Schüssler bestellte sich ein zweites Bier. Seine Zigarre war fast aufgeraucht, weil er zunehmend ungeduldig daran gezogen hatte; es war kein Genuss gewesen. Er rief nach einer zweiten Virginia und hoffte, der Mann werde diesen Wink verstehen, aber dieser erhob sich nicht, sondern redete weiter.

»Na schön«, sagte Ludwig, um ihn endlich loszuwerden, »ich kann mich ja mal umhören, aber versprechen kann ich nichts. Ich weiß auch nicht, ob Sie sich meine Dienste überhaupt leisten können.«

Augustin Hipp strahlte. »Doch, doch«, sagte er hastig. »Ich habe viel von meinem Sold gespart. Ich rauche nicht, ich trinke nur selten ein Bier, und wie gesagt, Luise und ich wollen uns verloben.«

»Also dann …« Schüssler erhob sich, damit Hipp ebenfalls aufstand. »Wenn Sie mich erreichen wollen, hinterlassen Sie eine Nachricht hier an der Theke. Wenn ich etwas herausfinde, erfahren Sie es auch hier. Ich bin viel unterwegs, morgen wahrscheinlich den ganzen Tag. Aber geben Sie mir ruhig die Adresse von Luises bisheriger Herrschaft. Da fange ich an. Sie hat dort auch gewohnt, oder?«

Hipp nickte. Er reichte ihm ein zusammengefaltetes Blatt Papier, das er vorsorglich vorbereitet hatte. »Hier steht die Adresse von den Häberles, ihrer Herrschaft. Luises Eltern sollen in Anhausen wohnen, mehr weiß ich nicht.«

»Ich werde es herausfinden.« Schüssler nahm das Papier und steckte es ein. Als Hipp gegangen war, setzte er sich wieder und ließ noch ein Bier kommen, um sich der Zeitung zu widmen. Sein tägliches Ritual ließ er sich nicht nehmen, auch wenn er, wie so oft, erst am frühen Abend dazu kam.