Inhaltsverzeichnis
Alles im Kasten
Kartenverzeichnis
Unterwegs mit Lore Marr-Bieger
Seit 1983 bereise ich diese Region, das einstige Jugoslawien, das heutige Kroatien. Nach so langer Zeit kann man schon von Leidenschaft sprechen. In der Tat gibt es für mich kein schöneres Meer, auch die üppige, vielfältige Natur und die grandiose Bergwelt, aber auch die Städte mit ihrem Kulturerbe und interessant gestalteten Museen haben es mir angetan. Dieses Land bietet auf kleinstem Raum sehr große Abwechslung. Vor allem in der Nebensaison genieße ich ausgiebige Wander- und Mountainbiketouren und zum Entspannen die warme, türkis leuchtende Adria in der beschaulichen Einsamkeit einer Bucht. Aber auch die geschichtsträchtigen, idyllischen Altstadtplätze faszinieren mich und bieten, wie u. a. in Zagreb, besten Kunst- und Kulturgenuss.
Auch die malerischen Inseln, die ich besonders liebe, sind heute keine Abenteuer mehr - sie sind bestens erschlossen und die Fähren pendeln fast rund um die Uhr.
Seit über 30 Jahren bin ich in diesem Land mit seinen gastfreundlichen Menschen auch für Reiseführer unterwegs, um umfassend alle Neuerungen zu Lande und zu Wasser für Sie zu recherchieren.
Eine schöne Reise ins Land der „Tausend Inseln und Möglichkeiten“ wünscht Ihnen
Lore Marr-Bieger
Die Vorschau
Kaffeehauskultur, Gründerzeitpaläste, Museen - Zagreb
Die Hauptstadt Kroatiens liegt durch das ausgebaute Autobahnnetz nicht mehr abseits, sondern ist Mittelpunkt und Drehscheibe des Landes. Zagreb bietet eine Fülle an sehenswerten Museen und Galerien, hat eine ausgeprägte Musik- und Kunstszene und ist eingehüllt in unzählige Parks, durch die man gemütlich schlendern kann. Zagrebs Altstadt ist klein und überschaubar, die Laufwege zu den Sehenswürdigkeiten sind relativ kurz, zudem rattert die Straßenbahn fast rund um die Uhr durch die Straßen und bringt Nachtschwärmer, für die es zahllose Clubs und Bars gibt, bequem und preiswert zu ihrer Unterkunft.
Städte, Burgen und Paläste - Küste und Landesinneres
Die Opatija Riviera lockt seit dem 19. Jh. mit prachtvollen Seebädern, mildem Klima, subtropischer Vegetation und dem hoch aufragenden Učka-Gebirge im Hintergrund. Die quirlige Handelsmetropole Rijeka prunkt mit Architektur des italienischen „Novecento“ und sehenswerten Museen - die Großstadt ist Ausgangspunkt für die Schiffsreise gen Süden. Entlang des Vinodol-Küstengebirges werben Touristen- und Badeorte wie Crikvenica und Novi Vinodolski mit buntem Sport- und Unterhaltungsprogramm. Weiter südlich, zu Füßen des Velebit-Gebirges, wird es ruhiger, die Küste steiler. Das mittelalterliche Senj mit seiner trutzigen Festung Nehaj liegt am Weg, am Südende Starigrad Paklenica, bekannt durch den Nationalpark und das gute Klettergebiet. Große Burgen und wehrhafte Anlagen finden sich auch in der Region um Zagreb, der Zagorje, und in Richtung ungarischer Grenze - imposante Bastionen wie Veliki Tabor oder Čakovec, die zur Türkenabwehr und Grenzsicherung errichtet wurden. Auch Märchenschlösser wie Trakošcan oder schmucke Städtchen wie Varaždin und Samobor finden sich hier. Karlovac wurde ebenso wehrhaft und sogar in Sternform errichtet, in der Umgebung warten weitere trutzige alte Burgen wie in Ozalj oder in Sisak, aber auch Slunj, eine Idylle mit herrlichen Wasserfällen. Naive Kunst weltbekannter Künstler findet man in Koprivnica und Hlebine. Auch Bjelovar ist ein nettes Städtchen.
Üppiges Grün und Mondlandschaft - die Inselwelt
Von Ferne wirken die Kvarner-Inseln wie Mondlandschaften: karstige Bleiche im Adriablau, im Innern von würzig duftender Macchia, teilweise von Wald und Feldern bedeckt. Obwohl in der Kvarner-Bucht die viel besuchten „Inselriesen“ liegen, beschränkt sich der Tourismus auf wenige Orte, sodass die Landschaft bisher weitgehend unberührt blieb.
Die Insel Krk ist mit 16.500 Bewohnern und 410 km2 Fläche die größte der Kvarner-Inseln, zugleich die größte des Adriatischen Meeres. Eine Brücke verbindet sie mit dem Festland. Karstig-kahl und üppig-grün ist Krk, mit Hotels, Campingplätzen, Sportangeboten und Jachthäfen und dem Flughafen touristisch sehr gut erschlossen. Touristenzentren sind Krk, Punat, Baška, Njivice und Malinska. Auch Wanderer und Mountainbiker finden auf der bergigen Insel ihr Revier.
Die Insel Cres, zweitgrößte Insel der Kvarner-Gruppe, erstreckt sich auf über 407 km², steinig und würzig duftend. Nur 3300 Menschen leben auf der eher provinziellen Insel mit den Städten Cres und Osor als Zentren. Eine gut ausgebaute Straße verbindet die kleinen Ortschaften und schön gelegenen Campingplätze. Hotels gibt es kaum, dafür viele Privatunterkünfte. Auch hier locken schöne Wander- und Mountainbiketouren.
Steinmäuerchen durchziehen die Insel Pag, eine bleiche und karstige Schönheit auf 285 km2 mit rund 8450 Bewohnern, im Süden durch eine Brücke mit dem Festland verbunden. An ihrer zergliederten Küste reihen sich unzählige Badebuchten, schön gelegene Campingplätze, Hotels, Pensionen. Jugendlichen ist die Pager Bucht mit ihren Beachpartys ein Begriff. Doch es gibt noch etliche stille Winkel, wo man hausgemachten Schafskäse oder gedörrte Feigen genießen kann. Zentren sind die Orte Pag, Novalja und Povljana.
Grün und mit 8500 Einwohnern auf nur 94 km2 relativ dicht besiedelt ist die Insel Rab, die über 125 Jahre Tourismusgeschichte feiert. Gut ausgestattete Hotels und Pensionen, Campingplätze, Jachthäfen, ein großes Kulturangebot, das Museumsstädtchen Rab und vor allem die Sandstrände sind Anziehungskraft genug, um die Insel in der Hochsaison aus den Fugen geraten zu lassen. Das Klima ist sehr mild und sonnenreich, ein gutes Erholungsziel also auch für die Nachsaison und den Winter. Sportlich Aktive finden ein 180 km langes präpariertes Wegenetz zum Mountainbiken und Wandern.
Die üppig bewachsene, 75 km2 große Insel Lošinj ist Zuhause für über 8000 Menschen. Das milde Klima machte die Insel schon Anfang des 20. Jh. zu einer beliebten Kurregion und vielleicht fand man seinen „Schatten“ in einer der prachtvollen Seefahrer-Villen, die bis heute an die Blütezeit der Lošinjer Segelschifffahrt erinnern. Hotels, Pensionen und Campingplätze gibt es in Fülle und aussichtsreiche Berge, die zur Erkundung locken. Lošinj ist aber auch ein guter Ausgangspunkt für Bootsausflüge zu vielen vorgelagerten Inseln:
Die autofreien kleinen Kvarner-Inseln laden zu Kurztrips, aber mit Pensionen und Restaurants auch zu beschaulichen Urlaubstagen ein. Unije bietet sich für Wanderungen zu entlegenen, auch sandigen Badebuchten an. Susak lockt mit Sandstrand und kräftigem Inselwein. Ebenso lebhaft ist es an den Stränden von Ilovik, vor allem auch bei Bootsbesitzern beliebt durch den windgeschützten Kanal.
Berge, Flüsse, Wasserfälle - Natur- und Nationalparks
Schützend steht der Naturpark Učka mit seinen 1400 m hohen Bergen hinter der Opatija Riviera - bestes Gebiet für Wanderer, konditionierte Mountainbiker und Paraglider.
Unbekannter, bei Wanderern jedoch sehr beliebt, ist der bis zu 1500 m hohe Nationalpark Risnjak. Nur eine Autostunde von Rijeka entfernt, zählt er zu den unberührtesten und waldreichsten Gebieten Kroatiens.
Ebenfalls fast nur von Einheimischen besucht wird der dicht bewaldete Naturpark Medvednica, der sich oberhalb der Hauptstadt erhebt und zum Wandern und vor allem konditionierte Mountainbiker lockt. Auch im nahen, westlich der Hauptstadt gelegenen Naturpark Samobor-Žumberak, einer weinreichen, hügeligen und von schönen Wäldern überzogenen Landschaft, findet man meist nur Zagreber. Nur Storchenliebhabern bekannt ist der Naturpark Lonjsko polje, südlich von Sisak entlang der Sava gelegen, der zu den größten mitteleuropäischen Schwemmgebieten zählt. Im nördlichsten kroatischen Dreieck, in der Međimurje, liegt der von Flussauen geprägte Regionalpark Mura-Drava. Weinliebhaber kennen vielleicht die Berge um Kalnik oder die Moslavačka gora um Kutina, ebenfalls Naturschutzgebiete, wo u. a. autochthone Weine wachsen.
Bekannter ist der bereits in Slawonien liegende Natur- und Geopark Papuk - vor allem bei Weintrinkern - in der hügeligen Landschaft wachsen die landesweit beliebten Weißweine Graševina.
Weltbekannt hingegen und zum Weltkulturerbe erklärt ist der Nationalpark Plitvicer Seen, der mit seinen durch Wasserfälle verbundenen 16 Seen auf rund 30.000 ha ein unvergessliches Naturerlebnis bietet!
Auch der Naturpark Velebit, ein sich knapp 150 km entlang der Küste erstreckendes und imposant erhebendes Gebirge, ist ein Erlebnis. Gleich zwei Nationalparks sind hier zu finden: Der Nationalpark Nord-Velebit, der Wandertouren mit herrlicher Weitsicht inmitten einer vielfältigen Fauna und Flora bietet, zudem auf der Velebit-Westseite das Bärenrefugium bei Kuterevo, wo man hautnah Braunbären erleben kann. Fast am Südrand des Velebit wartet der Nationalpark Paklenica. Neben herausfordernden Klettertouren im Felsmassiv kann man eindrucksvolle Wanderungen durch Karstschluchten unternehmen - einst imposante Winnetou-Filmkulissen. Ebenfalls filmerprobt sind der türkis leuchtende Canyon Zrmanja und die nahen, landesweit größten Grotten bei Gračac, die Cerovačke pećine, die noch im Naturpark liegen.
Fels, Kies und Sand - unendliche Badebuchten
Die Kvarner-Festlandsküste und vor allem die Küsten der vielen Inseln locken mit glasklarem, türkis schimmerndem Meer zum Baden, Schnorcheln und Tauchen. An Touristenorten warten meist gepflegte Feinkies-, teils auch Sandstrände, mit Liegestuhl-, Sonnenschirm- und Wassersportgeräteverleih und den Cafés, Eisdielen und Konobas im Hintergrund - meist wehen die „Blauen Flaggen“, die selbst an bevölkerten Stränden bestes Wasser garantieren. Wer es ruhiger mag, packt den Rucksack und läuft entlang der Küste auf nach Kräutern duftenden Pfaden zu abgelegenen felsgesäumten Kiesbuchten, oft auch schön schattig durch überhängende Aleppokiefern. Vor allem Jugendliche lieben auch die Felsen, von denen man direkt ins kühle Nass springen kann.
Beliebte Feinkiesstrände finden sich um Baška auf der Insel Krk. Bekannt sind auch der 2 km lange, gepflegte Feinkiesstrand des Städtchens Crikvenica und die schönen Badeplätze rund um die Inseln Cres und Lošinj und um Mošćenička Draga.
Und es gibt sie doch, die kroatischen Sandstrände! Den längsten und flach abfallenden Sandstrand, den sog. Paradiesstrand, findet man auf der Insel Rab bei Lopar, er ist allerdings in der Hochsaison völlig überlaufen - aber abseits gibt es noch viele weitere sandige Badeplätze. Auch die Insel Pag ist vor allem rund um die Pager Bucht und um Povljana mit kinderfreundlichen sandigen Badeplätzen verwöhnt. Auch die kleinen Eilande wie Susak und Unije weisen Sandstrände auf - viele weitere Inseln und Buchten können selbst entdeckt und verschwiegen genutzt werden.
Wellness und Kurorte
Wellness pflegte in Kroatien schon der reiche k.-&-k.-Adel in prachtvollen Palästen bei mildem, gesundheitsförderndem Klima - ob an den Rivieras von Opatija oder Crikvenica, wo auch heute noch heilsame Thalasso-Anwendungen geboten werden. Ebenso beliebt waren und sind die Luftkurorte Rab, Mali und Veli Lošinj. Salinenschlamm, mit dem man ungeniert und gratis kuren kann, gibt es auf den Inseln Pag und Krk. Im Landesinneren warten Thermalbäder in der waldreichen Region um Zagreb, u. a. Varaždinske Toplice, Tuheljske Toplice und Krapinske Toplice. Zudem die großen Spa- und Wellnesscenter in vielen komfortablen Hotels.
Hintergründe & Infos
Steckbrief Kroatien
Fläche: Festlandsfläche 56.594 km2, territoriale Gewässer 31.067 km2.
Inseln und Riffe: Rund 1244 Inseln, die größten kroatischen Inseln sind Krk und Cres; bewohnte Inseln gibt es 67.
Küstenlänge: 5835 km, davon Festlandsküste 1777 km, 4058 km Insel- und Riffküste.
Hauptstadt: Zagreb, ca. 780.000 Einwohner.
Bevölkerung: ca. 4,3 Mio. Einwohner.
Religion: Die Mehrheit der Bevölkerung ist römisch-katholisch.
Sprache: Landessprache ist Kroatisch; in den Touristenzentren wird deutsch, englisch und italienisch gesprochen.
Politisches System: Parlamentarische Demokratie.
Klima: Drei Klimazonen prägen Kroatien - kontinental, alpin und mediterran.
National- und Naturparks: fast 10 % des Landes stehen unter Naturschutz; Nationalparks: im Norden der Brijuni-Archipel, Risnjak, Nord-Velebit, Plitvicer Seen und Paklenica-Schlucht; in Mitte u. Süden der Archipel Kornati, Krka-Wasserfälle, Mljet.
Naturparks: im Norden Učka und Velebit; in Mitte u. Süden Vransko jezero, Telašćica, Biokovo und Lastovo; im Landesinneren Medvednica, Žumberak-Samoborsko gorje, Papuk und die Sumpfgebiete Kopački rit, Lonjsko polje. Zudem etliche Regionalparks.
Zeitzone: Mitteleuropäische Zeit.
Währung: Kuna (KN), 1 € beträgt ca. 7,409 KN, 1 KN beträgt ca. 0,135 € (Aug. 2017).
Telefonvorwahl Kroatien: 00385

Zagreb - die Markuskirche (Sv. Marko) mit kroatischem Wappen in der Oberstadt

Klima und Reisezeit
Die Kvarner-Bucht und die Küste haben mediterranes Klima - mit warmen Sommern mit geringen Niederschlägen. Der Regen kommt im Herbst, die Winter sind mild. Im Jahresdurchschnitt steigen die Temperaturen weder extrem an noch fallen sie extrem ab - beste Bedingungen für einen gelungenen Urlaub. Mit einer Ausnahme: Wenn die Bora vom Velebit-Gebirge in den Küstenraum hinunterbläst, sind kurzzeitige Temperaturstürze die Folge. Weht im Sommer der Maestral, ein angenehm erfrischender Wind, vom Meer, ist mit klarem, schönem Wetter zu rechnen. Im Frühjahr und Herbst bringt der warme Jugo Wolken und Regen. Im Landesinneren herrschen ganzjährig durch den kalten Nordostwind deutlich kühlere Temperaturen, die bereits ab Spätherbst für Frost und Schnee sorgen. Zagreb ist dagegen gesegnet mit milden Wintern - es wird durch das Mittelgebirge Medvednica geschützt - und hat relativ heiße Sommermonate. Kontinentalklima hingegen herrscht im Hinterland der Küste.
Die Badesaison beginnt im Mai/Juni, dann steigen die Wassertemperaturen auf durchschnittlich 20 °C und bleiben bis Ende September an der Küste konstant zwischen 20 °C und 24 °C. Auch in den heißesten Monaten Juli und August sorgt das mediterrane Klima für erträgliche Temperaturen. Nachts wird es nicht zu kalt (zwischen 18 °C und 20 °C), tagsüber steigt das Quecksilber bis auf 30 °C.
Beste Reisezeit für die Kvarner-Region sind die Monate Mai, Juni und September bis Mitte Oktober. Im Juli und August herrscht Hochbetrieb - für die vielen ausländischen Touristen und auch die Einheimischen ist Ferienzeit. Für Zagrebbesucher sind gerade diese beiden Monate bestens. Für den Velebit und zum Wandern sind die schönsten blütenreichsten Monate Ende Mai bis Juli und natürlich der Herbst bis in den Oktober.
Die aktuellen Wetterprognosen vor Ort erfahren Sie u. a. an Marinas, Hotels, Campingplätzen und Touristinformationen sowie im Internet u. a. unter www.meteo.hr (→ Wissenswertes von A bis Z, Nachrichten/Medien).
Klimatabelle von Rijeka (Durchschnittswerte)
Monat
Ø Lufttemperatur (Min. in °C)
Ø Lufttemperatur (Min./Max. in °C)
Ø Wasser-temperatur (in °C)
Ø Tage mit Niederschlag
Ø Stunden mit Sonnenschein
April
10
17
13
4
6
Mai
14
23
17
6
8
Juni
18
26
20
4
8
Juli
20
28
22
5
11
Aug.
19
28
24
3
9
Sept.
16
25
22
7
8
Okt.
12
19
19
8
5
Winde
An der kroatischen Adria blasen die Winde aus allen Himmelsrichtungen. Die wichtigsten sind Bora (bura), Jugo und Maestral.
Bora: Sie kann das ganze Jahr auftreten, kommt aus nordnordöstlicher und ostnordöstlicher Richtung und weht vom Land zum Meer, im Winter ist sie häufiger und stärker. Der trockene, kalte Wind tritt plötzlich auf, schwillt zum Sturm an und bläst in unregelmäßigen Windstößen. Mit Geschwindigkeiten von bis zu 180 km/h fegen dann eiskalte Böen vom Gebirge herab und höchste Vorsicht ist geboten. Besonders stark tritt die Bora im Bereich der Nord-Adria auf. Achtung bei Segeltörns, aber auch beim Auto- und Motorradfahren! Unterarten der Bora sind die Tramontana, die ebenfalls aus Norden, häufiger aber im südlichen Adria-Raum weht, sowie derLevant, istočnjak; er bläst schwächer und regelmäßiger als die Bora und ist eine Art Mischung aus Bora und Jugo.
Jugo: Ein feucht-warmer Wind von gleichbleibender Stärke aus südsüdöstlicher und ostsüdöstlicher Richtung. Innerhalb von 36 bis 48 Stunden wird er etappenweise stärker, bringt Wolken, unruhige See und Regen.
Der Lebič bläst aus südwestlicher, der Punenat aus westlicher Richtung. Beide halten nur kurze Zeit an.
Maestral: Der Maestral ist ein „Schönwetterwind“. Er bläst aus nordwestlicher Richtung und im Sommer vom Meer zum Land. Seine Stärke hängt vom Temperaturunterschied zwischen Meer und Land ab, doch weht er regelmäßig. Er beginnt gegen 9 Uhr, ist gegen 14 Uhr am stärksten und endet vor Sonnenuntergang.
Der Burin kommt aus nordöstlicher Richtung, ist schwächer als der Maestral und weht nachts vom Land her.
Newera (Neverin): Diese fast schon launische Winddame, deren Auftritt sich im Wesentlichen auf den nordadriatischen Raum beschränkt, ist ebenfalls nicht zu unterschätzen und vor allem nicht auf den Tag vorhersehbar. Die Newera bringt örtlich begrenzte unwetterartige Stürme, auch Hagel oder extreme Regengüsse. Warnende Vorzeichen sind extreme Hitze und Schwüle, Sturmwolken, Luftdruckabfall, Temperaturanstieg und ein Sinken der relativen Luftfeuchtigkeit. Besonders gefährdet sind dann vor allem kleine Boote, die nicht schnell genug den sicheren Hafen erreichen. Daher die Wetterprognosen unbedingt beachten!
Flora
Zum besonderen Reiz des Mittelmeerraums trägt sicherlich die üppige Welt der Pflanzen bei, die in Kroatien um einiges vielfältiger und artenreicher ist als bei uns in Mitteleuropa.
Die Adriaküste ist von Karst, Macchia und von subtropischer Vegetation geprägt.Die Inseln bestehen hauptsächlich aus Kalkstein. Kalkstein ist wasserlöslich; seine horizontalen Schichten wurden in geologischer Vorzeit aus dem Erdinnern hochgeschoben und gebrochen - Karst entstand. Aber auch der Mensch hat zur Verkarstung der Landschaft beigetragen: durch Rodung der Wälder. Die nunmehr haltlose Erde wurde vom Regen weggespült und von starken Winden abgetragen, sodass der Kalkstein zu seiner heutigen, typischen Form verwitterte - Karren, Schratten, Rillen, Wannen, Löcher blieben übrig. Durch die Spalten drang Wasser in die unterirdischen Schichten und spülte all die Höhlen aus, in denen sich später Tropfsteine entwickelten.
Von den einst riesigen Flaumeichenwäldern sind nur noch Waldflecken übrig geblieben, die den steinigen Boden bedecken. Den größten Baumbestand bilden heute die wieder aufgeforsteten Aleppokiefern oder Seestrandföhren.

Enzian

Schachbrettblume und Eselsdistel

Zistrose

Alpenveilchen und Feige

Die vom mediterranen Klima begünstigte Flora hat für Pflanzenliebhaber aus unseren Regionen eine besondere Anziehungskraft. Das Klima - lange Regenzeit im Winter, kaum Fröste, mehrmonatige heiße Trockenperiode im Sommer - bewirkt spezielle Wachstumszyklen: Im Herbst, mit dem Einsetzen der Regenfälle, beginnen die Pflanzen zu wachsen. Bis auf wenige Arten, die auch im Winter blühen, setzt die Blüte im April und Mai mit dem Ende der Regenperiode ein. Die Sommerhitze lässt die Blütenpracht schnell wieder verschwinden - es sei denn, die Pflanzen bekommen durch Küstennähe oder künstliche Wasserzugabe mehr Feuchtigkeit. Bäume und Sträucher überleben die Trockenzeit dank ihres tief reichenden Wurzelwerks. An krautigen Pflanzen überleben nur die einjährigen, die sich noch schnell durch Samenabwurf fortpflanzen, sowie die Knollenpflanzen, die sich, wie bei uns, zurückziehen und nach dem sogenannten Winterschlaf mit der Regenperiode wieder austreiben. Im Spätsommer schließlich präsentiert sich die Pflanzenwelt mit Früchten und Blättern wieder in ihrer ganzen Farbenpracht.
Wälder: Ausgedehnte Wälder befinden sich im Landesinneren, u. a. in den Nationalparks Risnjak und Plitvicer Seen und auch in den Naturparks Medvednica, Učka, Samobor-Žumberak, Papuk und Velebit-Gebirge, wo Buchen, Kiefern und Tannen wachsen. Auf den Inseln gedeihen keine dichten, urwüchsigen Wälder mehr; sie wurden durch Forste mit Seestrandföhren- oder Aleppokieferbeständen ersetzt, die oft von Macchia-Unterwuchs begleitet werden. Vereinzelt treten immergrüne Steineiche, Flaumeiche, orientalische Hainbuche, Rotbuche, Zedernwacholder, Pinie, Schwarzkiefer, Lorbeerbaum und Johannisbrotbaum auf.
Macchia: Die Macchia ist eine Landschaftsform, die durch menschliches Einwirken entstand - vor allem durch Rodung der immergrünen Wälder seit der Antike und später durch ständige Holzentnahme: Die Pflanzen lieferten nützliche Produkte wie Brennholz, Holzkohle, Harz, Gummi, Farben und Fasern. Aber auch Ziegen- und Schafverbiss richtete viel Schaden an.
Meist ist die Macchia dicht und undurchdringlich. 2 m und höher sind die Sträucher, die oft ledrige Blätter haben und deren Schönheit man eigentlich nur im Frühling betrachten kann. In dieser Jahreszeit verwandelt sich die Landschaft in ein duftendes Blütenmeer - weiß und rosafarben blüht die Zistrose, weiß bis zartrosa die Baumheide, dazwischen leuchten die Gelbtöne verschiedener Ginsterarten und all die Blüten der Knollengewächse. Im Verlauf des Jahres wird die Macchia farbloser und zeigt sich nur in ihrer Gesamtheit als graugrüner Kontrast zu den Felsen. Allerdings duftet sie dann, denn durch die niederbrennende Sonne werden all die ätherischen Öle aus den Blättern freigegeben. Oft atmen wir sie tief ein und genießen ihr „würziges“ Aroma. Im Spätherbst lebt die Macchia noch einmal kurz auf: Die orangeroten Früchte des Erdbeerbaums, das kräftige Rot des Mastixstrauches, das Blau des Wacholders und der Ölbaumgewächse leuchten in ganzer Pracht.
Garigue: Diese Vegetationsart tritt in heißen, trockenen Gebieten mit felsigem und flachgründigem Boden auf. Hier halten sich nur kleine Sträucher bis 0,5 m Höhe. Die meisten Pflanzen sind aromatisch, einige haben Dornen: Es sind vor allem unsere Gewürzkräuter wie Thymian, Bohnenkraut, Rosmarin, Salbei und Lavendel, aber auch Knollenpflanzen wie Krokus, Schwertlilie, Hyazinthe, Schachblume, Affodill, Immortelle, Wolfsmilchgewächse und viele Orchideenarten. Besonders im Frühling, nach der Regenzeit, kann man ihnen fast beim Wachsen und Erblühen zuschauen.
Felsentrift: Hier wurde durch Mensch und Tier jede Vegetation fast vollständig zerstört - der kahle Fels tritt zutage. Trotzdem halten sich in den Felsritzen noch kleine, aber farbenprächtige Pflanzen wie Anemone, Alpenveilchen, Schwertlilie, spanische Winde, Gamander, Backenklee, Thymian, Affodillenarten und dornige Wolfsmilch.
Feuchtgebiete und Sumpf: Im Landesinneren findet man diese in den vielen Flussauen von Sava, Drava, Kupa und Korana. Der Naturpark Lonjsko polje ist das größte mitteleuropäische Schwemmland, hier wachsen Weiden, Eichen sowie Sumpf- und Feuchtwiesenpflanzen. Kleiner ist das Flussauengebiet bzw. Regionalpark zwischen Mura und Drava in der Međimurje, im nordöstlichsten Eck Kroatiens.
Kultur- und Zierpflanzen: Durch Handelsbeziehungen mit teils sehr weit entfernten Ländern gelangten auch exotische Pflanzen nach Kroatien und wurden hier heimisch - so z. B. Oliven, Feigen und Granatäpfel aus dem Orient. Die Araber brachten Zitrusgewächse wie die Apfelsine aus China mit. Eukalyptusarten und Akazien stammen aus Australien und die unechte Dattelpalme von den Kanarischen Inseln. Agave, Bougainvillea, Rizinus, der Feigenkaktus, Oleander und die Tamariske wurden aus den tropischen Zonen Amerikas eingeführt. Auf einigen Inseln mit sandigem Untergrund pflanzte man Bambusrohr als Windschutz und zur Verhinderung der Bodenerosion an.
All diese Pflanzen, die Städte und Dörfer verschönern, sind heute aus Kroatien kaum mehr wegzudenken.
Fauna
Wegen der spärlichen Besiedelung der Inseln und des fast menschenleeren Küstengebirges leben hier zahlreiche Tierarten weitgehend ungestört, ebenso in den vielen Flussauen und Schwemmgebieten im Inland.

Storch, Steinadler, Velebit-Gebirgseidechse

An der Küste und auf den Inseln begegnet man auf Schritt und Tritt Eidechsen, die sich in der Sonne aalen und durchs Gebüsch rascheln. Sie haben sich von Insel zu Insel ganz unterschiedlich und unabhängig voneinander entwickelt. Die prächtigste ist die bis zu einem halben Meter lange Smaragdeidechse mit ihrem leuchtenden Grün. Der Mauergecko, eine kleine Echse, ist harmlos, obwohl man ihn Tarantula nennt - er klettert lediglich die Wände hoch. Der Scheltopusik sieht wie eine Schlange aus, zählt aber ebenfalls zu den Echsen.
Geht man auf schmalen Pfaden durch die Macchia spazieren, verheddert man sich oft in prachtvollen Spinnennetzen, doch die meisten Spinnen sind harmlos.
Augenfällig ist die Vielfalt der Käfer und Schmetterlinge. Vom Nachtpfauenauge über den Schwalbenschwanz und Apollo bis zum gemeinen Blutströpfchen - überall flattert, hüpft, surrt und leuchtet es in allen Farben.
Zahlreich sind auch die ganzjährig heimischen Vogelarten: Es gibt Meisen, Lerchen, Stieglitze, Wachteln, Zaunkönige, Amseln, Krähen.
Zugvögel, die im Sommer an der Küste und auf den Inseln nisten, sind Nachtigall, Schwalbe, Wiedehopf, Kuckuck und Turteltaube.
An Greifvögeln gibt es den Habicht und den Sperber. In entlegenen Gebieten findet man Wanderfalken, Eulen, Uhus und Steinkäuze. Manchmal bekommen die Inseln auch Besuch von Adlern und Königsgeiern, die im Küstengebirge leben. Die sehr seltenen Gänsegeier gibt es u. a. auf den Inseln Cres und Privić. Der Schlangenadler gehört zu den Greifvögeln und ernährt sich von Schlangen und Eidechsen. Der Steinadler lebt im Velebit-Gebirge, aber auch auf Cres und Lošinj. Beliebte Jagdobjekte sind Hühnervögel, wie die reichlich vorhandenen Fasane und Rebhühner. An Sümpfen und Gewässern findet man Wildgänse und Wildenten, natürlich die Möwe und viele andere Wasservögel.
Marathonflieger mit Adlerblick: der Gänsegeier
Er hat eine Spannweite bis 2,80 m, fliegt bis zu 120 km/h schnell und kann täglich Hunderte von Kilometern zurücklegen. Geradeaus erspäht er seine Beute bis zu 12 km weit, von oben sieht er bis zu 6 km tief. Der Gänsegeier (Gyps fulvus) wird etwa 60 Jahre alt und zählt mit maximal 15 kg Körpergewicht zu den größten Vögeln der Erde.
Seinen Horst baut der Gänsegeier im nördlichen Bereich der Insel Cres sowie auf Krk und Privić auf steil abfallenden Klippen, teils nur 10 m über dem Meer. Das Weibchen legt pro Jahr, meist im Dezember, nur ein Ei, das geschlüpfte Vögelchen bleibt danach noch vier Monate im sicheren Horst und lässt sich füttern. Erst dann wird ihm in weiteren 1-2 Monaten von den Eltern das Fliegen und die Nahrungssuche beigebracht.
So durchtrainiert fliegen die Teenager-Geier dann gleich ganz allein nach Norden in den Alpenraum und von dort anschließend Richtung Süden bis nach Afrika. Wird der Vogel nach etwa fünf Jahren geschlechtsreif, sucht er sich seinen Lebenspartner und kehrt mit ihm in die alte Heimat zurück, manchmal sogar auf den gleichen Felsvorsprung, auf dem er geschlüpft ist, um seinen eigenen Horst zu bauen. Gänsegeier sind streng geschützt und leisten einen wertvollen Beitrag zur Beseitigung von Tierkadavern, wie Schafe, Füchse, Hasen, von denen sie ausschließlich leben. Auf Cres sind es hauptsächlich die Schafe, mit denen sie im Verbund leben. Die toten Tiere beseitigen sie fein säuberlich und verhindern dadurch die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.
Es ist herrlich, diese majestätischen Vögel am Himmel kreisen zu sehen.
Gänsegeier-Projekte finden sich in Beli (Insel Cres) und Sv. Juraj bei Senj.
Hornotter oder Hornviper (vipera ammodytes) - eine gefährliche Sonnenanbeterin

Zum Vergleich: die Braungefleckte Echse...

...die gefährliche Hornviper

Auf den Inseln und im Küstengebirge ist diese Giftschlange keine Seltenheit. Wer die Gepflogenheiten dieses Tieres kennt, kann sich schützen. Bei Temperaturen unter 25 °C, d. h. meist im Frühjahr und Herbst, sucht die Schlange die Sonne, um sich zu wärmen. Sie kann dann mitten im Weg liegen oder an einem Steinmäuerchen. Ihrer Vipernatur entsprechend weicht sie bei Geräuschen nur sehr langsam oder auch gar nicht aus, d. h. immer darauf achten, wohin man steigt! Bei hohen Tagestemperaturen versteckt sich die Viper in den Steinmäuerchen (Achtung beim Rasten!) und kommt dann nur morgens oder abends aus ihrem Plattenbau. Im Spätsommer wird sie zum Climber, um der Sonne näher zu kommen, aber auch um ihre Jungen zur Welt zu bringen. Sie und auch die „Kleinen“ halten sich dann auf Gebüsch oder niederem Baumgeäst auf, nun heißt es wirklich achtsam sein, denn ein Biss in Hals oder Kopf kann tödlich sein. Wichtig ist es deshalb, behutsam durch die Natur zu laufen, zudem lange Kleidung, evtl. Hut und gutes Schuhwerk zu tragen.
Schildkröten, die einem früher oft begegneten, sind heute leider nur noch selten zu sehen.
Viele der hier lebenden Schlangen wie Wasserschlangen, Blindschleichen, Eidechsennattern, Katzennattern, Zornnattern und Leopardnattern sind, obwohl sie der Volksmund als Giftschlangen bezeichnet, völlig ungefährlich. Vor der Hornviper und - seltener - der Kreuzotter sollte man aber auf der Hut sein - sie sind in der Tat giftig.
Fast nie sind dagegen Braunbären, Wölfe, Wildkatzen und Luchse zu sehen, die in den entlegenen Winkeln der Nationalparks Risnjak, Plitvicer Seen und Nord-Velebit und des Naturparks Velebit leben.
Sehr häufig findet man Hasen und Kaninchen, Erdhörnchen, Steinmarder, Damhirsche und Wildschweine.

Wer Glück hat, sieht auch Delfine springen ...

Im Meer tummelt sich verschiedenartigstes Wassergetier: Seebarsch, Steinbutt, Seezunge, Makrele, Thunfisch, Aal, Sardelle, Tintenfisch, Drachenkopf, Scholle, Languste. Hummer, Austern und Muscheln werden gezüchtet. In tieferen Gewässern gibt es kleine Haie und man sieht munter springende Delfine, vor allem im Gebiet Kvarnerić. Wer möchte, kann das Delfinprojekt „Blue World“ aktiv oder passiv unterstützen (→ Insel Lošinj/Veli Lošinj). Eine weitere Rarität ist die Meeresschildkröte, die sich ebenfalls in Cres-Lošinjer Gewässern aufhält und akut vom Aussterben bedroht ist. Rar sind auch die bei der Insel Pag gesichteten Mittelmeermönchsrobben - sie gehören zu den seltensten und bedrohtesten Tierarten Europas.
An den Flüssen und in den Sumpfgebieten herrscht eine völlig andere Vegetation. Neben den Plagegeistern wie Stechmücken und Bremsen hört man viele Frösche quaken, viele Vögel, auch Zugvögel nutzen die Gebiete zum Nisten. Es gibt wunderschöne Libellen und viele verschiedene Süßwasserfische. Der Naturpark Lonjsko polje mit 50.600 ha zählt zu den besterhaltenen Feuchtbiotopen Europas; hier wachsen ausgedehnte Eichenwälder und hier leben und brüten neben vielen Wildenten und Reiherarten vor allem der Weiß- und Schwarzstorch, auch das „Europäische Storchendorf“ Čigoč liegt dort. Den Winter verbringt Adebar jedoch lieber in Afrika.