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Inhaltsverzeichnis
 
 
 

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Buch
Zitate bereichern Reden und Briefe, regen Diskussionen an und sind hilfreich bei persönlichen Gesprächen – vorausgesetzt, sie werden richtig zitiert und zugeordnet. Gerhard Hellwig hat eine umfangreiche Sammlung deutsch- und fremdsprachiger Zitate und Volksweisheiten sowie Äußerungen bekannter Persönlichkeiten aus Geschichte, Kunst, Wissenschaft und Politik zusammengetragen – ein reicher Fundus, in dem jeder schnell das Passende findet. Das Werk ist übersichtlich nach Schlagworten geordnet und bietet zu jedem Zitat einen Vermerk auf dessen Herkunft.

Autor
Gerhard Hellwig (1918-1996) war Fachbuchhändler und Hobbyhistoriker. Er arbeitete für verschiedene Verlage und veröffentlichte mehrere Wörterbücher und Lexika (u. a. ein Berlin-Wörterbuch und ein Lexikon der Maße und Gewichte).

Vorwort
Eine Zusammenstellung von Zitaten, Sprüchen und Redensarten hat keinen Autor im eigentlichen Sinn, wohl aber einen sammelnden, ordnenden, erklärenden Urheber, der zusammenträgt, was er der Aufnahme wert hält, der Aussprüche, Zitate, Wendungen deutet, sie auf ihre Quellen zurückführt. Das Schöpferische an einer solchen Sammlung, also die eigentliche Autorentätigkeit besteht darin, eine ausgewogene, repräsentative und für den Leser von heute interessante Auswahl zu treffen. Der Verlag fand mit Gerhard Hellwig einen Herausgeber, der diese Sammelarbeit mit Hingabe und Begeisterung übernahm.
Dem Urheber und dem Verlag dieses Bandes war klar, daß heute kaum noch jemand einem Bildungsideal anhängt, wie es Zitatensammlungen meist widerspiegeln. Uns ist das Gedankengut der Klassik und des 19. Jahrhunderts ziemlich fremd geworden. Hellwig war sicherlich auch nicht verborgen geblieben, daß es nur noch wenige gibt, die ihre Reden mit Goetheund Schillerzitaten spicken, um so Belesenheit und Bildung zu demonstrieren. Diese Aspekte spielten also für den Verlag bei der Herausgabe, für den Autor bei der Sammlung nur eine untergeordnete Rolle.
Wenn man heute in all dem Geistreichen und Banalen, Ewiggültigen und Überflüssigen, das Philosophen, Schriftsteller, Wissenschaftler, Monarchen und Staatsmänner ausgesprochen oder niedergeschrieben haben, mit Interesse und Gewinn schmökert, so deshalb, weil man eine bestimmte Epoche, ihre Gefühls- und Geisteswelt, ihre Denkweise und Einstellung zu vielen Dingen des Lebens, also alles, was man den Zeitgeist nennt, besser erkennt und vielleicht unverfälschter wiedergegeben findet als in wortreichen Abhandlungen. Das gilt vor allem dann, wenn – wie in diesem Buch – auch die Sprüche, Volksweisheiten, Bauern- und Lebensregeln und Redensarten mit einbezogen werden. Außerdem wird man dabei erfahren, daß manche Ideen und Gedanken der Vergangenheit bis in unsere Zeit fortwirken, daß viele Sätze und Aussprüche auch für uns noch Gültigkeit haben.
Aber man liest und blättert nicht nur gern in Zitatensammlungen, man benutzt auch Zitate. Nur bezweckt man mit dem Zitieren von Redewendungen, Slogans, Buch- und Filmtiteln heute etwas anderes als früher: Mit dem Zitat als einer kurzen sprachlichen Chiffre will man eine Person oder eine Situation treffend charakterisieren, eine Anspielung machen, eine Assoziation wecken etc. Dafür bieten sich häufig auch Aussprüche und Formulierungen aus der Gegenwart an – sie wurden deshalb hier in gebührendem Maße berücksichtigt. Eine Sammlung von Zitaten, geflügelten Worten, Sprichwörtern erscheint nicht von ungefähr in einem Lexikon-Verlag. Denn nach Zielsetzung und Inhalt ist das Buch auch eine sinnvolle Ergänzung des Konversationslexikons und anderer Nachschlagewerke. Dieses Zitatenlexikon gibt dem Leser zwei Möglichkeiten des Nachschlagens; denn er sucht und findet erstens, was wer, wann, wo, wie gesagt hat, oder kann zweitens von einem bestimmten Stichwort oder Anlaß ausgehen und sich dazu ein passendes Zitat suchen.
Beim Durchblättern, auf der Suche nach Aussprüchen, die ein bedeutender Mensch getan hat, oder Zitaten aus dem Werk einer großen Persönlichkeit wird man die erstaunlichsten Entdeckungen machen. Redensarten, die im Laufe der Zeit in die Alltagssprache eingegangen sind, lassen sich auf ihren ursprünglichen, längst verlorengegangenen Sinn zurückverfolgen. Und wie oft wundert man sich, daß dieses oder jenes viel gebrauchte Wort erstmals bei Schopenhauer, Bismarck oder in der Bibel stand. Dichter und Denker und historische Persönlichkeiten sind oft mit einem Aphorismus, einem gut gezielten Zitat aus ihrem Werk sicherer charakterisiert als mit der Aufzählung ihrer Werke.
Reizvoll an der Zusammenstellung von G. Hellwig ist auch, daß man darin nicht nur zitiert findet, was die mehr oder weniger großen Geister aller Zeiten an bedeutsamen Äußerungen getan haben, sondern daß auch dem »gemeinen Volk« aufs Maul geschaut wird und seine Weisheiten mit aufgenommen sind. So findet man in diesem Band u. a. köstliche Zeugnisse des Berliner Humors. Ebenso wurden auch Redensarten aus der heutigen Umgangssprache und Literatur, Buch-, Film- und Schlagertitel, Schlagworte und Werbeslogans aufgenommen.
Da das Buch, wie aus dem Vorangegangenen deutlich wird, vor allem auch eine historische Zitatensammlung sein will, wurde für diese Taschenbuchausgabe auf die neue Rechtschreibung verzichtet.
Der Verlag

Für den Benutzer
Von A bis Z, vom Aphorismus bis zum Zitat, enthält dieser Band Aphorismen, Aussprüche, Bauernregeln, Epigramme, Fragmente, geflügelte Worte, Gesundheits-, Lebensregeln, Lebensweisheiten, Redensarten, Redewendungen, Schlagworte, Sentenzen, Sinnsprüche, Sprichwörter, Sprüche, Werbeslogans und Zitate. Sie wurden alphabetisch nach Stichwörtern geordnet; lediglich die dem deutschsprachigen Teil folgenden fremdsprachigen Zitate (ab Seite 541) sind alphabetisch nach den Anfangsbuchstaben aufgeführt.
Unter »Zitat« wird hier die wörtliche Wiedergabe von Aussprüchen und schriftlichen Äußerungen von Persönlichkeiten des kulturellen und politischen Lebens sowie von Literaturstellen verstanden; Sprichwörter und Redensarten dagegen sind meist kurze, treffende Sprüche und Lebensregeln. Doch die Grenzen zwischen all diesen Begriffen sind fließend: So manches Zitat entwickelte sich zu einem Sprichwort, bei dessen Gebrauch man die Quelle, der es entstammt, gar nicht kennt, andererseits sind Sprichwörter und Redensarten in Werke der Literatur eingegangen und so zu Zitaten geworden. Sit venia verbo: Bei dem besonders volkstümlichen »Götz-Zitat« handelt es sich um eine dem jungen Johann Wolfgang Goethe bereits aus dem elterlichen Haus vertraute Redewendung, die übrigens in gleichem oder ähnlichem Wortlaut in fast allen Sprachen als uralter Zauberspruch zur Abwehr des Bösen nachzuweisen ist!
Soweit Zitate in diesem Band nicht wörtlich wiedergegeben werden, ist dies bei der Quellenangabe erwähnt (z. B. »Nach der Bibel«). Hier sei darauf hingewiesen, daß Bibel-Zitaten im allgemeinen die altvertraute, unrevidierte Fassung der Luther-Bibel zugrunde gelegt wurde, nur in einigen Ausnahmefällen wurde die 1964 genehmigte Fassung des revidierten Textes benutzt und entsprechend gekennzeichnet. Bei Zitaten aus musikalischen Werken werden im allgemeinen sowohl die Textbuchverfasser als auch die Komponisten genannt, z. B. »E. Schikaneder/W. A. Mozart, Zauberflöte«. Die Ordnung nach dem sinntragenden Wort eines Zitats führte oft zu einer doppelten Aufnahme; dadurch wird das Auffinden sehr erleichtert; das Sprichwort »Die Axt erspart den Zimmermann« ist sowohl unter »Axt« als auch unter »Zimmermann« angeführt.
Die Aufnahme einiger Werbeslogans, die bereits als sprichwörtliche Redensarten Eingang in die heutige Umgangssprache gefunden haben, wird hoffentlich nicht als »Schleichwerbung« mißverstanden!
Für ihre Hilfe bei der Auswahl und Bearbeitung der fremdsprachigen und biblischen Zitate, Sprichwörter und Redensarten habe ich meinen Töchtern Elke und Birgit zu danken.
Gerhard Hellwig

Anhang fremdsprachiger Zitate
In lateinischer Sprache541
In altgriechischer Sprache561
In englischer Sprache563
In französischer Sprache569
In italienischer Sprache575

Abkürzungen
(beziehen sich ausschließlich auf die Angaben von Bibelstellen bei den Quellenhinweisen)
Apostel.Apostelgeschichte
Dan.Buch Daniel
Eph.Brief des Paulus an die Epheser
Hebr.Brief des Paulus an die Hebräer
Hesek.Buch Hesekiel
Jak.Brief des Jakobus
Jerem.Buch Jeremia
Jes.Buch Jesaja
Jes. Sir.Buch Jesus Sirach
Joh.Johannesevangelium
Kol.Brief des Paulus an die Kolosser
Kor.Briefe des Paulus an die Korinther
Luk.Lukasevangelium
Makk.Bücher der Makkabäer
Mark.Markusevangelium
Matth.Matthäusevangelium
Mos.Bücher Mose
Off. Joh.Offenbarung des Johannes
Pred. Salom.Prediger Salomo
Röm.Brief des Paulus an die Römer
Sam.Bücher Samuel
Spr. Salom.Sprüche Salomos
Tim.Briefe des Paulus an Timotheus
Tob.Buch Tobias

A
Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende.
(Off. Joh. 1, 8) Alpha ist der erste, Omega der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets.
Noch im großen A sein.
(Redensart) Sich noch in den Anfangsgründen befinden
Und seid von Herzen froh! Das ist das A und O.
(Goethe, Frech und froh)
Wer A sagt, muß auch B sagen.
(Sprichwort)
Wer den Aal hält beim Schwanz, hat ihn weder halb noch ganz.
(Sprichwort)
Wo aber ein Aas ist, da sammeln sich die Adler.
(Matth. 24, 28 / Lukas 17, 37)
Drücken wir das Abbild der Ewigkeit auf unser Leben.
(F. Nietzsche, Zarathustra)
Abbitte ist die beste Buße.
(Sprichwort)
Jemanden abblitzen lassen.
(Redensart) Jemandem die Erfüllung eines Wunsches versagen
Bedenkt in Wohl und Weh dies goldne Abc.
(Goethe, Frech und froh)
Wo ist dein Bruder Abel?
(1. Mos. 4, 9)
Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag, doch niemals klug genug für den, der kommen mag.
(F. Rückert)
Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.
(Luk. 24, 29)
Ein guter Abend kommt heran, wenn ich den ganzen Tag getan.
(Goethe, Lebensgenuß)
Es ist noch nicht aller Tage Abend.
(Sprichwort / nach Livius)
Je später der Abend, desto schöner die Gäste.
(Sprichwort)
Freude wird jedesmal dein Abendbrot sein, wenn du den Tag nützlich zugebracht hat.
(Thomas von Kempen, Nachfolge Christi)
Fröhlich sei mein Abendessen.
(L. Da Ponte / W. A. Mozart, Don Giovanni)
Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde klingen Abendglocken dumpf und matt.
(W. Müller, Vineta)
Der Untergang des Abendlandes.
(Titel eines Buches von O. Spengler)
Ich habe es von dem Herrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der Herr Jesus in der Nacht, da er verraten ward, nahm das Brot, dankte und brach’s und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird; solches tut zu meinem Gedächtnis. Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut; solches tut, so oft ihr’s trinket, zu meinem Gedächtnis.
(1. Kor. 11, 23-25/ Ep. am Gründonnerstag)
Abendrede und Morgenrede kommen selten überein.
(Sprichwort)
Abends werden die Faulen fleißig.
(Sprichwort)
Goldne Abendsonne, wie bist du so schön, nie kann ohne Wonne, deinen Glanz ich sehn. (
A. B. Urner)
O du mein holder Abendstern.
(R. Wagner, Tannhäuser)
Still mit dem Aber! Die Aber kosten Überlegung.
(G. E. Lessing, Emilia Galotti)
Der Aberglaub’, in dem wir aufgewachsen, verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum doch seine Macht nicht über uns.
(G. E. Lessing, Nathan der Weise)
Der Aberglaube ist die Poesie des Lebens.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Der Aberglaube ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der Unwissenheit.
(Friedrich d. Gr.)
Der Aberglaube macht die Gottheit zum Götzen, und der Götzendiener ist um so gefährlicher, weil er ein Schwärmer ist.
(J. G. Herder, Palmblätter)
Der Aberglaube traut den Sinnen bald zuviel, bald zuwenig.
(G. E. Lessing, Das Testament Johannis)
Der Aberglauben schlimmster ist, den seinen für den erträglicheren zu halten.
(G. E. Lessing, Nathan der Weise)
Ein jeder Aberglaube versetzt uns in das Heidentum.
(J. v. Liebig, Chem. Briefe)
Stets liegt, wo das Banner der Wahrheit wallt, der Aberglaube im Hinterhalt.
(A. v. Platen, Die neuen Propheten)
Dreimal umziehen ist so schlimm wie einmal abgebrannt.
(Scherzhaftes Sprichwort/ nach B. Franklin)
Völlig abgebrannt sein.
(Redensart) Mittellos dastehen
Abgeredet vor der Zeit, gibt nachher keinen Streit.
(Sprichwort)
Die Abgeschiednen betracht’ ich gern, stünd’ ihr Verdienst auch noch so fern; doch mit den edlen lebendigen Neuen mag ich wetteifernd mich lieber freuen.
(Goethe, Den Besten)
Nichts Abgeschmackters find’ ich auf der Welt als einen Teufel, der verzweifelt.
(Goethe, Faust)
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.
(Goethe, Faust)
Im Abgrund wohnt die Wahrheit.
(Schiller, Sprüche des Konfuzius)
Der Feind hat uns zum Abgrund hingetrieben; es ziemt sich mehr, von selbst hineinzuspringen, als zu erwarten seinen letzten Stoß. (
Shakespeare, Julius Caesar)
Abhängigkeit ist heiser, wagt nicht, laut zu reden.
(Shakespeare, Romeo und Julia)
Freiwillige Abhängigkeit ist der schönste Zustand, und wie wäre der möglich ohne Liebe?
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Abhängigkeiten? Ja! Durch Liebe, aber nicht durch Furcht.
(G. Hauptmann)
Jemanden abkanzeln.
(Redensart) Soviel wie: ihn tadeln
Man lehre die Christen, daß wer dem Armen gibt oder dem Bedürftigen leiht, besser handelt, als wer Ablaß löst.
(M. Luther, Aus den 95 Thesen, 1517)
Viele, die über Ablaßkrämerei in der katholischen Kirche lachen, üben sie doch täglich selbst. Wie mancher Mann von schlechtem Herzen glaubt sich mit dem Himmel ausgesöhnt, wenn er Almosen gibt.
(G. C. Lichtenberg)
In Abrahams Schoß eingehen.
(Luk. 16, 22)
Wie in Abrahams Schoß sitzen.
(Nach Matth. 8, 11) Sorglos u. glücklich leben
Das ist wider die Abrede!
(G. E. Lessing, Emilia Galotti)
Das ist wider die Abrede, Lady!
(Schiller, Kabale und Liebe)
Mein Sohn Absalom!
(Nach 2. Sam. 18, 33)
Verfahrt mir fein säuberlich mit dem Knaben Absalom!
(Nach 2. Sam. 18, 5)
Abschaum der Menschheit.
(Nach 1. Kor. 4, 13)
Abscheulicher! Wo eilst du hin?
(L. van Beethoven, Fidelio)
Als ich Abschied nahm, als ich Abschied nahm, waren Kisten und Kasten schwer; als ich wiederkam, als ich wiederkam, war alles leer.
(F. Rückert, Aus der Jugendzeit)
Man schreibt nicht so ausführlich, wenn man den Abschied gibt.
(H. Heine, Neuer Frühling)
Morgen muß ich fort von hier, und muß Abschied nehmen.
(Volkslied)
Zum Abschiednehmen just das rechte Wetter. Grau wie der Himmel steht vor mir die Welt.
(V. V. Scheffel, Trompeter von Säckingen)
Bitter und süß ist der Abschiedskuß an der Lippe des Freundes.
(J. G. Herder, Rosental)
Auf, auf ihr Brüder, und seid stark! Der Abschiedstag ist da!
(C. F. D. Schubart, Kaplied)
Freundlich abschlagen ist besser, als unwillig geben.
(Sprichwort)
Jemanden abservieren.
(Redensart) Jemanden ausschalten
Absicht ist die Seele der Tat.
(Sprichwort)
In jedem Dinge muß die Absicht mit der Torheit auf die Waagschale gelegt werden.
(Shakespeare, Heinrich IV.)
So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt.
(Goethe, Tasso)
Ich halte den Absolutismus für eine unmögliche Sache.
(Bismarck im Deutschen Reichstag, 1881)
Sich nicht abspeisen lassen.
(Redensart) Sich nicht abweisen lassen
Man behält immer die Spuren seiner Abstammung.
(E. Renan, Leben Jesu)
Das Absurde, mit Geschmack dargestellt, erregt Widerwillen und Bewunderung.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Greift der Abt zum Glas, greifen die Mönche zum Krug.
(Sprichwort)
Eine abtrünnige und ungehorsame Art.
(Psalm 78, 8)
Er läßt die Abtrünnigen bleiben in der Dürre.
(Psalm 68, 7)
Abwarten und Tee trinken.
(Redensart)
Abwechslung ergötzt.
(Sprichwort/ nach Euripides u. a.)
Abwechslung ohne Zerstreuung wäre für Lehre und Leben der schönste Wahlspruch.
(Goethe, Wahlverwandtschaften)
Abwechslung stärkt den Appetit.
(Sprichwort)
Ein guter Schütze ist die beste Abwehr.
(Sprichwort)
Der Abwesende muß Haare lassen.
(Sprichwort)
Durch Abwesenheit glänzen.
(Redensart, nach M. J. de Chénier)
Mit Ach und Krach.
(Redensart) Mit Mühe und Not
Die Achillesferse.
(Redensart, nach der griechischen Sage) Soviel wie: verwundbare Stelle.
Auf der Achse sein.
(Redensart) Unterwegs sein
Etwas auf die leichte Achsel nehmen.
(Redensart, nach Horaz) Etwas als unwichtig ansehen.
Jemanden über die Achsel ansehen.
(Redensart) Jemanden hochmütig behandeln
In Acht und Bann tun.
(Redensart) Soviel wie: ächten, ausschließen
Einer acht’s, der andre verlacht’s.
(Sprichwort)
Achten die Menschen sich selbst, so achten sie gewöhnlich auch die fremde Persönlichkeit.
(S. Smiles, Die Selbstbeherrschung)
Wer sich nicht selber achtet, wird auch von andern nicht geachtet.
(Sprichwort)
Achtung verdient, wer vollbringt, was er vermag.
(Sophokles)
Da in der Achtung dieser Welt so mancher Wicht wird hochgestellt, gilt mir nur der als rechter Mann, der ehrlich selbst sich achten kann.
(F. v. Bodenstedt)
Wer den Acker pflegt, den pflegt der Acker.
(Sprichwort)
Adam, wo bist du?
(1. Mos. 3, 9)
Als Adam hackt’ und Eva spann, wo war damals der Edelmann?
(Seb. Franck)
Den alten Adam ausziehen.
(Redensart, nach Kol. 3, 9) Soviel wie: sich grundlegend ändern
Wo warst du, Adam?
(Roman von H. Böll)
Nach Adam Riese.
(Redensart; Adam Riese gab im 16. Jahrhundert ein bekanntes Rechenbuch heraus) Zitiert, wenn man die Richtigkeit eines Rechenergebnisses bekräftigen will
Im Adamskostüm.
(Redensart) Soviel wie: unbekleidet, nackt
Ade, ade, ade! Ja, scheiden und lassen tut weh.
(C. Brentano, Des Knaben Wunderhorn)
Adel ist auch in der sittlichen Welt. Gemeine Naturen zahlen mit dem, was sie tun, edle mit dem, was sie sind.
(Schiller, Unterschied der Stände)
Adel verpflichtet.
(Sprichwort/alter Wahlspruch)
Der Adel beweist seine Tugend im Unglück.
(Sprichwort)
Der Adel sitzt im Gemüt, nicht im Geblüt.
(Sprichwort)
Man leugnete stets und man leugnete mit Recht, daß je sich der Adel erlerne.
(Goethe, Ballade vom vertriebenen und zurückkehrenden Grafen)
Tugend ist der beste Adel.
(Sprichwort)
Jemanden tüchtig zur Ader lassen.
(Redensart) Jemandem viel Geld abnehmen
Wer jemanden zur Ader lassen will, der muß ihn auch verbinden können.
(Sprichwort)
Adler brüten keine Tauben.
(Sprichwort)
Ein Adler fängt keine Mücken.
(Sprichwort)
Auch der Adler fliegt nicht höher als die Sonne.
(Russisches Sprichwort)
Ein Adler hebet sich von selbst der Sonne zu; ein ungelernter Flug erhält sich ohne Ruh’.
(G. E. Lessing, An den Herrn Marpurg)
Nur wer ein Adler, sei von Adel!
(G. Herwegh, An den König von Preußen)
Alle Menschen, gleich geboren, sind ein adliges Geschlecht.
(H. Heine, Buch der Lieder)
Ein Adonis.
(Redensart/nach Theokrit) Ein schöner Mann
Der beste Advokat, der schlimmste Nachbar.
(Sprichwort)
Advokaten und Wagenräder wollen gut geschmiert sein.
(Sprichwort)
Ein Bauer zwischen zwei Advokaten gleicht einem Fisch zwischen zwei Katzen.
(Sprichwort)
Der Affe gar possierlich ist, zumal wenn er vom Apfel frißt.
(Alter Fibelvers)
Ich denk’: mich laust der Affe!
(Redensart) Ausdruck höchsten Erstaunens
Nackter Affe.
(Nach dem Buch des Zoologen und Verhaltensforschers D. Morris) Bezeichnung für den Menschen
Willst du was sein, so sei es ganz; nichts ist ein Affe ohne Schwanz.
(Scherzhaftes Sprichwort)
Echte Natur ist niemals, Affektation hingegen überall lächerlich.
(F. H. Jacobi, Auserlesener Briefwechsel)
Das Affektieren irgendeiner Eigenschaft, das Sichbrüsten damit ist ein Selbstgeständnis, daß man sie nicht hat.
(A. Schopenhauer, Parerga und Paralipomena)
Mit affenartiger Geschwindigkeit.
(Redensart) Äußerst schnell
Einen Affen haben.
(Redensart) Einen Rausch haben
Es war mein Türkis, ich bekam ihn von Lea, als ich noch Junggeselle war; ich hätte ihn nicht für einen Wald voll Affen weggegeben.
(Shakespeare, Kaufmann von Venedig)
Seinem Affen Zucker geben.
(Redensart) Sich selbst schmeicheln; seine Eitelkeit befriedigen
Eine Affenhitze.
(Berliner Redensart) Tropisch heiß
Afrika fängt bei den Pyrenäen an.
(Spanische Redensart)
Es gibt auch Afterkünstler, Dilettanten und Spekulanten; jene beiden treiben die Kunst um des Vergnügens, diese um des Nutzens willen.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Sich nach den Fleischtöpfen Ägyptens zurücksehnen.
(Nach 2. Mos. 16, 3)
Ägyptische Finsternis.
(Redensart/ nach 2. Mos. 10, 22)
Ahnen sind für den nur Nullen, der als Null zu ihnen tritt; steh als Zahl an ihrer Spitze, und die Nullen zählen mit.
(W. Müller, Epigramme)
Überall geht ein frühes Ahnen dem spätern Wissen voraus.
(A. v. Humboldt, Kosmos)
Mir ahnet ein unglücksvoller Augenblick.
(Schiller, Don Carlos)
Öffne dich, du stille Klause, denn die Ahnfrau geht nach Hause.
(F. Grillparzer, Ahnfrau)
Die Ahnung ist des Herzens Licht.
(K. Immermann, Gedichte)
Du ahnungsvoller Engel du!
(Goethe, Faust)
Leere Ähren stehen hoch.
(Sprichwort)
Schwere Ähren und volle Köpfe neigen sich.
(Sprichwort)
Da gab’s ein Gerede, man weiß nicht wie, das nennt man eine Akademie.
(Goethe, Séance)
Die Aktien steigen.
(Redensart) Die Erfolgsaussichten werden günstiger
Perfides Albion.
(Aus dem 13. Jahrhundert stammende Redewendung, während der Französischen Revolution zum Schlagwort geworden)
Wenn ich nicht Alexander wäre, möchte ich wohl Diogenes sein.
(Alexander d. Gr., nach Diogenes Laertius)
An Alexis send’ ich dich, er wird, Rose, dich nun pflegen.
(C. A. Tiedge, Sendung der Rose)
Alle für einen, einer für alle.
(Sprichwort/Alter Wahlspruch)
Kommt, laßt uns alle für einen stehn!
(Schiller, Wallensteins Lager)
So machen’s alle.
(Cosi fan tutte; Oper von L. da Ponte/W. A. Mozart) Zu ergänzen: … Frauen.
Und so sind sie alle, einer wie der andere.
(Schiller, Wallensteins Tod)
Was alle trifft, erträgt man leichter.
(K. W. Ramler)
Eener alleene is nich scheene. Aber Eener und Eene und denn alleene – det ist scheene!
(Scherzhaftes Berliner Sprichwort)
Allein sein ist besser als in schlechter Gesellschaft.
(Sprichwort)
Besser allein als in böser Gemein’.
(Sprichwort)
Bleib nicht allein! Denn in der Wüste trat der Satansengel selbst zum Herrn des Himmels.
(Schiller, Jungfrau von Orleans)
Endlich allein!
(Schwank von R. Matthes)
Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei. Wähl dir eine, der du sagst: Du nur gefällst mir allein.
(Ovid, Liebeskunst)
Ein Fürst erlangt am meisten Ruhm bei seinen Bürgern, wenn er die Alleinherrschaft in eine Volksherrschaft verwandelt.
(Solon, nach Plutarch, Gastmahl …)
Allemal derjenige, welcher.
(Redensart/ nach L. Angely, Fest der Handwerker)
Da hört sich doch allens uff!
(Redensart/ nach L. Angely, Reise auf gemeinschaftliche Kosten)
Allerchristlichster König.
(Benennung Chlodwigs nach seinem Übertritt zum Christentum, 496)
Wenn’s an Allerheil’gen schneit, lege deinen Pelz bereit!
(Bauernregel)
Das Allerheiligste.
(Nach 2. Mos. 25, 33 u. a.)
Jedoch das Allerschlimmste, das haben sie nicht gewußt; das Schlimmste und das Dümmste, das trug ich geheim in der Brust.
(H. Heine, Lyrisches Intermezzo)
Alles in allem.
(Redensart/ nach Plautus, Truculentus)
Alles schon dagewesen.
(Redensart/ nach Ben Akiba in: Gutzkow, Uriel Acosta)
Wer alles haben will, bekommt am Ende nichts.
(Sprichwort)
Nun muß sich alles wenden.
(L. Uhland)
Wer alles werden will, wird nie vollkommen werden.
(K. W. Ramler)
Zwar weiß ich viel, doch möcht’ ich alles wissen.
(Goethe, Faust)
Eine Allianz ist eine Ehe, bei der die Eifersucht größer ist als die Liebe.
(A. Fanfani)
Die Knie gebeugt vor dem großen Alliierten!
(Kaiser Wilhelm II., 1903)
Sein alter Alliierter hat Wort gehalten!
(Friedrich d. Gr., 1761)
Allmacht der Liebe hat mich geführet.
(L. da Ponte/ W. A. Mozart, Don Giovanni)
Es gibt eine menschliche Allmacht, mit der man sich selbst und die Welt überwindet, Glaube an Gott und sich selbst.
(K. J. Weber, Demokritos)
Wer kann der Allmacht Grenzen setzen?
(Schiller, Demetrius)
Wie groß ist des Allmächt’gen Güte!
(C. F. Gellert, Güte Gottes)
Allwissend bin ich nicht, doch viel ist mir bewußt.
(Goethe, Faust)
Oh, eines Pulses Dauer nur Allwissenheit!
(Schiller, Don Carlos)
Allzu scharf macht schartig.
(Sprichwort)
Allzustraff gespannt, zerspringt der Bogen.
(Sprichwort/Schiller, Wilhelm Tell)
Allzuviel ist ungesund.
(Sprichwort)
Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd’.
(Redensart/Bayerisches Volkslied)
Almosengeben heißt sündigen, wollst du es laut verkündigen.
(Talmud)
Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut.
(Matth. 6, 3)
Das größte ist das Alphabet, denn alle Weisheit steckt darin. Aber nur der erkennt den Sinn, der’s recht zusammenzusetzen versteht.
(E. Geibel, Juniuslieder)
Also sprach Zarathustra.
(Titel eines Werkes von F. Nietzsche)
Alt ist man, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude hat als an der Zukunft.
(J. Knittel)
Alt werden, steht in Gottes Gunst; jung bleiben, das ist Lebenskunst.
(Alter Spruch)
Alt wie Methusalem.
(Nach 1. Mos. 5, 27)
Alt wird man wohl, wer aber klug?
(Goethe, Faust)
Die Menschen werden alt, aber selten reif.
(A. Daudet)
Ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne Wunsch zu sein.
(Goethe, Faust)
Eben, wenn man alt ist, muß man zeigen, daß man noch Lust zu leben hat.
(Goethe, Was wir bringen)
Keiner ist so alt, der nicht noch ein Jahr leben will; keiner ist so jung, der nicht heute noch sterben kann.
(Sprichwort)
Man ist so alt, wie man sich fühlt.
(Sprichwort)
Alt und grau werden.
(1. Sam. 12)
Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
(Sprichwort)
Nichts macht schneller alt als der immer vorschwebende Gedanke, daß man älter wird.
(G. C. Lichtenberg)
Wenn man alt ist, muß man mehr tun, als da man jung war.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Wenn wir alt werden, so beginnen wir zu disputieren, wollen klug sein, und sind doch die größten Narren.
(M. Luther, Tischreden)
Willst du alt werden, mußt du beizeiten anfangen.
(Spanisches Sprichwort)
Altar des Vaterlandes.
(Seit 1813 populär gewordenes Schlagwort)
Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit, und neues Leben blüht aus den Ruinen.
(Schiller, Wilhelm Tell)
Das Alte wied nie alt, es wird nur alt das Neue.
(F. Rückert, Weisheit des Brahmanen)
Mich dünkt, die Alte spricht im Fieber.
(Goethe, Faust)
Am guten Alten in Treuen halten, am kräftigen Neuen sich stärken und freuen, wird niemand gereuen.
(E. Geibel, Spätherbstblätter)
Die Alten zum Rat, die Jungen zur Tat.
(Sprichwort)
Unverständlich sind mir die Alten.
(Th. Fontane, Die Alten und die Jungen)
Es ist das Vorrecht der Alten, keine Sache weder zuviel noch zuwenig zu tun.
(G. E. Lessing, Laokoon)
Von Zeit zu Zeit seh’ ich den Alten gern.
(Goethe, Faust)
Nehm’n Sie’nen Alten!
(Couplet von O. Reutter)
Wenn Alten schlecht ansteht, was schön an Jungen gilt, wie noch viel schlechter, was man selbst an Jungen schilt!
(F. Rückert, Weisheit des Brahmanen)
Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
(Sprichwort)
Ewig bleiben treu die Alten.
(J. v. Eichendorff, Der Jäger Abschied)
Zu den kraftvollsten, reinsten und schönsten Stimmen, die aus grauem Altertum zu uns herübergekommen sind, gehören die Bücher des Alten Testaments.
(W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin)
Alter gibt Erfahrung.
(Ovid, Metamorphosen)
Alter macht immer weiß, aber nicht immer weise.
(Sprichwort)
Alter schützt vor Torheit nicht.
(Sprichwort/nach W. Shakespeare)
Älter werde ich stets, niemals doch lerne ich aus.
(Solon)
Das Alter der Weiber ist trüber und einsamer als das der Männer.
(Jean Paul)
Das Alter hört sich gern, auch wenn es nicht viel zu sagen hat.
(Goethe)
Das Alter ist eine Krankheit, an der man sterben muß.
(Amerikanisches Sprichwort)
Das Alter ist nicht trübe, weil darin unsere Freuden, sondern weil unsere Hoffnungen aufhören.
(Jean Paul, Titan)
Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht, es findet uns nur noch als wahre Kinder.
(Goethe, Faust)
Das Alter nimmt dir nichts, was es dir nicht erstattet.
(F. Rückert, Weisheit des Brahmanen)
Das Alter soll man ehren.
(Nach 3. Mos. 19, 32)
Das Alter verklärt oder versteinert.
(M. v. Ebner-Eschenbach, Aphorismen)
Feigherzig und geschwätzig ist das Alter.
(Schiller, Braut von Messina)
Fleißige Jugend macht behagliches Alter.
(Sprichwort)
Das gefährliche Alter.
(Redensart, nach dem Buch von Karin Michaelis)
Dem Alter nicht, der Jugend sei’s geklagt, wenn uns das Alter nicht behagt.
(G. E. Lessing, Sinngedichte)
Die Jugend nährt sich von Träumen, das Alter von Erinnerungen.
(Jüdisches Sprichwort)
War es immer wie jetzt? Ich kann das Geschlecht nicht begreifen. Nur das Alter ist jung, ach! und die Jugend ist alt.
(Schiller, Jetzige Generation)
Eilig entschwindet die Zeit, unmerklich beschleicht uns das Alter.
(Ovid)
Im Alter gibt es keinen schöneren Trost, als daß man die ganze Kraft seiner Jugend Werken einverleibt hat, die nicht mitaltern.
(A. Schopenhauer, Parerga und Paralipomena)
Jugend und Zucht bringt im Alter reiche Frucht.
(Sprichwort)
Wer sich im Alter will wärmen, muß sich in der Jugend den Ofen bauen.
(Sprichwort)
Junges Alter ist gut, alte Jugend taugt nichts.
(Sprichwort)
Der Jugend Fleiß, des Alters Preis.
(Sprichwort)
Die Tragödie des Alters beruht nicht darin, daß man alt ist, sondern, daß man jung ist.
(O. Wilde, Dorian Gray)
Altklug nie Frucht trug.
(Sprichwort)
Mit Vierzig beginnt das Altsein der Jungen, mit Fünfzig das Jungsein der Alten.
(Französisches Sprichwort)
Amazonen.
(Nach Homer, Ilias u.a.) Streitbare, kämpferische Frauen, auch: Sportlerinnen
Amboß oder Hammer sein.
(Goethe, Kophtisches Lied)
Diesen Amboß vergleich ich dem Land, den Hammer dem Herrscher, und dem Volke das Blech, das in der Mitte sich krümmt.
(Goethe, Epigramme)
Ein guter Amboß fürchtet keinen Hammer.
(Sprichwort)
Gehe hin zur Ameise, du fauler; siehe ihre Weise an und lerne!
(Spr. Salom. 6, 6)
Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
(Redensart)
Ja und Amen zu etwas sagen.
(Redensart, nach 5. Mose 27)
Amerika, du hast es besser!
(Goethe, Zahme Xenien)
Manchmal kommt mir in den Sinn, nach Amerika zu segeln, nach dem großen Freiheitsstall, der bewohnt von Gleichheitsflegeln.
(H. Heine, Jetzt wohin?)
Die beste Amme ersetzt keine Mutter.
(Sprichwort)
Alles besiegt Amor.
(Vergil, Eclogae)
Amor bleibt ein Schalk, und wer ihm vertraut, ist betrogen.
(Goethe, Elegien)
Doch Amor kommt mit Blick und Feuer, der ganze Kursus war vollbracht.
(Goethe, Amor und Psyche)
Es ist immer besser, daß ein Amt geringer ist als die Fähigkeiten.
(G. C. Lichtenberg)
Ich hab’ hier bloß ein Amt und keine Meinung.
(Schiller, Wallensteins Tod)
Man muß die zwei weit unterscheiden: Amt und Person.
(M. Luther)
Wem Gott gibt ein Amt, dem gibt er auch Verstand.
(Sprichwort)
Ämter soll man scheiden von der Person.
(M. Luther, Tischreden)
Man soll Ämter mit Menschen, nicht Menschen mit Ämtern versehen.
(Sprichwort)
Was deines Amtes nicht ist, da laß deinen Vorwitz.
(Jes. Sirach, 3, 24)
Tut, was Eures Amts ist!
(Schiller, Maria Stuart)
Eine Amtsmiene aufsetzen.
(Redensart)
Den Amtsschimmel reiten.
(Redensart) Vorschriften übertrieben genau befolgen
Trinken, sang Anakreon, trinken sang Horaz.
(Lied von J. C. F. Haug)
Der Zweck des Staates ist Anarchie.
(P. J. Proudhon [?])
Die beste Anbetung, Prinz, ist dankende Freude.
(G. E. Lessing, Philotas)
Kein Anblick ist niederschlagender als ein Land, das sich ohne Schwertstreich unterwirft.
(L. v. Ranke)
Wenn ihr eure Andacht verrichtet, so denkt euch die Gottheit als gegenwärtig.
(Sprüche des Konfuzius)
Oft ist der Weiber Andachtsglut nichts weiter als verliebtes Blut.
(F. v. Sallet, Epigrammatisches und Lehrhaftes)
Ändern und bessern ist zweierlei.
(Sprichwort)
Ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie die andern Leute.
(Luk. 18, 11)
Was du nicht willst, daß man dir tu’, das füg’ auch keinem andern zu.
(Sprichwort, nach Tobias 4,16)
Du mußt dein Leben ändern.
(R. M. Rilke)
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
(Sprichwort)
Es kommt oft anders, als man denkt.
(Sprichwort)
Wie ganz anders, anders war es da!
(Schiller, Götter Griechenlands)
Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn verleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten als den Andersdenkenden.
(F. Nietzsche)
Es lebt ein andersdenkendes Geschlecht.
(Schiller, Wilhelm Tell)
Andre Städtchen – andre Mädchen.
(Sprichwort)
Niemals tritt er einer Sache bei, wenn andre sie erdacht.
(Shakespeare, Julius Caesar)
Wer sich an andre hält, dem wankt die Welt. Wer auf sich selber ruht, steht gut.
(P. Heyse, Stammbuchvers)
Eine Anekdote darf nie zu Fuß gehen, sie muß sich zu Pferde setzen und im Galopp davoneilen.
(L. Börne)
Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten einzustreuen, der letzten sich im treffenden Falle zu erinnern weiß.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Fordre kein lautes Anerkennen! Könne was, und man wird dich kennen.
(P. Heyse, Spruchbüchlein)
Des Guten Anerkennung ehrt dich selbst.
(L. Schefer, Laienbrevier)
Aller Anfang ist schwer.
(Sprichwort)
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
(1. Mos. 1, 1)
Das ist der Anfang vom Ende!
(Nach Shakespeare, Sommernachtstraum; auch Talleyrand zugeschrieben)
Guter Anfang ist halbe Arbeit.
(Sprichwort)
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
(Ev. Joh. 1, 1)
Im Anfang war die Tat!
(Goethe, Faust)
Wie der Anfang, so das Ende.
(Sprichwort)
Anfangen ist leicht, doch Beharren eine Kunst.
(Sprichwort)
Das ist die gefährlichste Anfechtung, wenn keine Anfechtung da ist.
(M. Luther)
Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet!
(Matth. 26, 41)
Merkmal großer Menschen ist, daß sie an andere weit geringere Anforderungen stellen als an sich selbst.
(M. v. Ebner-Eschenbach, Aphorismen)
Angeber und Zwischenträger sind das erbärmlichste Gesindel, das Gottes Erdboden trägt.
(R. Benedix, Dienstboten)
Kurz angebunden sein.
(Redensart) Wortkarg sein
Wie sie kurz angebunden war, das ist nun zum Entzücken gar!
(Goethe, Faust)
Wohl angefangen ist gut, wohl enden ist besser.
(Sprichwort)
Was einem angehört, wird man nicht los, und wenn man es wegwürfe.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Die Welt aus den Angeln heben.
(Redensart, nach Archimedes)
Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
(Redensart, nach Horaz, Ars poetica)
Gut angeschrieben sein.
(Redensart, nach 2. Mos. 32, 32; Hebr. 12, 12) Angesehen sein
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
(4. Mos. 6, 25)
Von Angesicht zu Angesicht reden.
(Nach 2. Mos. 33, 11)
Wer angibt, hat mehr vom Leben.
(Scherzhaftes Sprichwort)
Wer angibt, hat’s nötig.
(Scherzhaftes Sprichwort)
Müßt Euer Glück nicht auf die Jüngste setzen, die Angejahrten wissen Euch zu schätzen.
(Goethe, Faust)
Ein fröhlich Herz macht ein fröhlich Angesicht.
(Spr. Salom. 15, 13)
Verliebtheit ist eine psychische Angina.
(J. Ortega y Gasset)
Angreifer ist immer der andere!
(G. Clemenceau, 1919)
Angriff ist die beste Verteidigung.
(Sprichwort)
Auf Angst und Schweiß folgt Ruh und Preis.
(A. a Santa Clara)
Angst und bange werden.
(Redensart, nach Hesekiel 30, 16)
In Ängsten findet manches statt, was sonst nicht stattgefunden hat.
(W. Busch)
Es ist gefährlich, denen Ängstlichkeit vorzuwerfen, die man davon heilen will.
(F. de la Rochefoucauld)
Jemandem etwas anhängen.
(Redensart) Ihm etwas Schlechtes nachsagen
Und ach! wie ist es hierzuland doch jetzt so schrecklich anigant!
(W. Busch, Fromme Helene)
Anklagen ist mein Amt und meine Sendung.
(Schiller, Piccolomini)
Die Menschen sind in ihren Anlagen alle gleich, nur die Verhältnisse machen den Unterschied.
(G. C. Lichtenberg)
Wo Anmaßung mir wohlgefällt? An Kindern: denen gehört die Welt.
(Goethe, Sprichwörtlich)
Anmut machet schön das Weib.
(W. v. d. Vogelweide)
Leget Anmut in das Geben!
(Goethe, Faust)
Ohne Wahrheit gibt es keine Anmut.
(E. v. Feuchtersleben)
Wer sich keine Annehmlichkeiten versagen kann, wird sich nie ein Glück erobern.
(M. v. Ebner-Eschenbach)
Werfen die Ameisen am Annentag auf, so folgt ein harter Winter drauf.
(Bauernregel) Anna: 26. Juli
Anno dazumal.
(Redensart) Vor langer Zeit
Anno Tobak.
(Redensart) Vor sehr langer Zeit
Ihr sucht die Menschen zu benennen und glaubt, am Namen sie zu kennen. Wer tiefer sieht, gesteht sich frei, es ist was Anonymes dabei.
(Goethe, Sprichwörtlich)
Guter Anrede folgt guter Bescheid.
(Sprichwort)
Anschlag, der nicht Fortgang hat, ist ein Wagen ohne Rad.
(F. v. Logau, Sinngedichte)
Jemanden anschwärzen.
(Redensart) Jemanden verleumden
Ansehen kostet nichts.
(Redensart)
Vor Gott gilt kein Ansehen der Person.
(Nach 2. Chron. 19, 17 u. Kol. 3, 25)
Die Ansicht eines Weisen und den Rat eines Greisen soll man nicht von sich weisen.
(Sprichwort)
Wer sich anspannen läßt, muß ziehen.
(Sprichwort)
Man hat nur an so viel Freude und Glück Anspruch, als man selbst gewährt.
(E. v. Feuchtersleben, Aphorismen)
Nur wer Ansprüche macht, fühlt sich zurückgesetzt.
(F. Rückert, Weisheit des Brahmanen)
Wer Ansprüche macht, beweist eben dadurch, daß er keine zu machen hat.
(J. G. Seume, Apokryphen)
Schrecklich sind die Anspruchslosen: die nichts fordern, gewähren auch nichts.
(P. Hille, Aphorismen)
Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt.
(N. Machiavelli)
Stein des Anstoßes.
(Redensart, nach Jes. 8, 14)
Wo der Anteil sich verliert, verliert sich auch das Gedächtnis.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Der Mensch begreift niemals, wie anthropomorphistisch er ist.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Wir sind vielleicht zu antik gewesen, nun wollen wir es moderner lesen.
(Goethe, Zahme Xenien)
Du hast nun die Antipathie!
(Goethe, Faust)
Ich habe eine Antipathie gegen Lobhudeleien. Es macht mich den ganzen Tag verstimmt, so etwas zu hören.
(H. v. Moltke)
Dem schönsten Antlitz fehlt zur höchsten Zierde oft nur ein Blattergrübchen, eine Narbe.
(C. D. Grabbe)
Sein Antlitz verhüllen.
(Redensart, nach 1. Kön. 19, 13)
Wenn Antonius’ Luft ist klar, kommt bestimmt ein trocken Jahr.
(Bauernregel)Antonius: 17. Januar
Ein guter Antreiber ist mehr wert als zehn Arbeiter.
(Sprichwort)
Eine lakonische Antwort.
(Redensart) Bezieht sich auf die zur Wortkargheit erzogenen Lakedaemonier
Eine linde Antwort stillt den Zorn; aber ein hartes Wort richtet Grimm an.
(Spr. Salom. 15, 1)
Eine richtige Antwort ist wie ein lieblicher Kuß.
(Spr. Salom. 24, 26)
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
(Sprichwort)
Um Antwort wird gebeten.
(Nach 1. Makk. 12, 18) Vermerk auf Einladungskarten, meist abgekürzt: »U.A.w.g.«
Wenn du eine weise Antwort verlangst, mußt du vernünftig fragen.
(Goethe)
Wer viel fragt, erhält viel Antwort.
(Sprichwort)
Wie die Frage, so die Antwort.
(Sprichwort)
Ein anderes ist: auf etwas antworten, ein anderes: etwas beantworten.
(G. E. Lessing, Duplik)
Viel lieber ist mir doch ein Tuer als ein Sager, ein Antwortgeber auch als ein vorlauter Frager.
(F. Rückert, Weisheit des Brahmanen)
Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden: es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.
(Goethe)
Jede Anziehung ist wechselseitig.
(Goethe, Wahlverwandtschaften)
Es kann die Spur von meinen Erdentagen nicht in Äonen untergehen.
(Goethe, Faust)
Apelles, der in Reiz den Pinsel taucht.
(A. W. v. Schlegel, Poetische Werke)
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
(Sprichwort) Im Volksmund ergänzt: »… und wie das Schaf ist auch das Lamm.«
Ein fauler Apfel steckt hundert gesunde an.
(Sprichwort)
Goldene Äpfel auf silbernen Schalen.
(Spr. Salom. 25, 11)
Im schönsten Apfel steckt der Wurm.
(Sprichwort)
In den sauren Apfel beißen.
(Redensart) Seinen Ärger hinunterschlucken; etwas widerwillig tun
Über Rosen läßt sich dichten, in die Äpfel muß man beißen.
(Goethe, Faust)
Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
(M. Luther zugeschrieben)
Jenes Apfels leichtsinnig augenblicklicher Genuß hat aller Welt unendlich Weh verschuldet.
(Goethe, Natürliche Tochter)
Die Apokryphen.
[Die verborgenen (Schriften)] Nach M. Luther: »Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind.«
Apollo selbst gestand, es sei Entzücken, Mensch unter Menschen sein.
(Schiller, Semele)
Es ist nicht jeder ein Apostel, der hingeht in alle Welt.
(Sprichwort)
O wackrer Apotheker! Dein Trank wirkt schnell.
(Shakespeare, Romeo und Julia)
Der Appetit kommt beim Essen.
(Sprichwort, nach Rabelais, Gargantua)
Bläst April mit beiden Backen, ist genug zu jäten, hacken.
(Bauernregel)
Aprilsturm und Regenwucht bescheren Wein und gute Frucht!
(Bauernregel)
Gebt mir Aquavit!
(Shakespeare, Romeo und Julia)
Alle Wohlgerüche Arabiens.
(Shakespeare, Macbeth)
Die schönen Tage in Aranjuez sind nun zu Ende.
(Schiller, Don Carlos)
Arbeit adelt.
(Sprichwort) Im Volksmund ergänzt: »… Ich bleibe bürgerlich.«
Arbeit gibt uns mehr als den Lebensunterhalt; sie gibt uns das Leben.
(H. Ford)
Arbeit ist des Blutes Balsam, Arbeit ist der Tugend Quell.
(J. G. Herder, Cid)
Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis.
(Schiller, Glocke)
Arbeit ist des Lebens Würze.
(Sprichwort)
Arbeit ist die Hälfte der Gesundheit.
(Sprichwort)
Arbeit macht das Leben süß …
(Sprichwort, nach G. W. Burmann, Lob der Arbeitsamkeit) Im Volksmund ergänzt: »… Faulheit stärkt die Glieder«
Arbeit, Mäßigkeit und Ruh’ schließen dem Arzt die Türe zu.
(Sprichwort)
Arbeit schändet nicht.
(Sprichwort, nach Hesiod, Werke und Tage)
Arbeit und Genuß sind Zwillingsbrüder, eins im andern lebend.
(A. v. Wilbrandt)
Bei der Arbeit recht beginnen, beim Genießen rechter Schluß.
(Sprichwort)
Das beste an der Arbeit sind die Pausen.
(Scherzhaftes Sprichwort)
Das ist der Arbeit heiliger Krieg! Mit uns das Volk! Mit uns der Sieg!
(M. Kegel, Sozialisten-Marsch)
Das Recht auf Arbeit.
(Ch. Fourier, Théorie des quatre mouvements et des destinées générales, 1808)
Das Vergnügen ist so nötig als die Arbeit.
(G. E. Lessing)
Den Armen kuriert die Arbeit, den Reichen der Arzt.
(Polnisches Sprichwort)
Der Schweiß ist die Träne der Arbeit.
(P. Hille, Aphorismen)
Die Arbeit, dieser Fluch, womit Gott das menschliche Geschlecht segnete, gibt uns wahres und dauerhaftes Vergnügen.
(J. Möser, Patriotische Phantasien)
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
(Sprichwort)
Gesundheit ist die Tochter der Arbeit.
(Sprichwort)
Guter Anfang ist halbe Arbeit.
(Sprichwort)
Mann der Arbeit, aufgewacht! Und erkenne deine Macht!
(G. Herwegh, Bundeslied des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins: »Arbeiter-Marseillaise«)
Nach getaner Arbeit ist gut ruhn.
(Sprichwort)
Nur in der Arbeit wohnt der Frieden, und in der Mühe wohnt die Ruh.
(Th. Fontane, Gedichte)
Segen der Arbeit, wärst du Gottes Fluch, wie müßte dann sein Segen sein.
(S. Smiles, Charakter)
Stöhnen ist die halbe Arbeit.
(Sprichwort)
Tages Arbeit, abends Gäste! Saure Wochen, frohe Feste!
(Goethe, Schatzgräber)
Von Arbeit stirbt kein Mensch; aber von Ledig- und Müßiggehen kommen die Leute um Leib und Leben; denn der Mensch ist zur Arbeit geboren wie der Vogel zum Fliegen.
(M. Luther)
Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort.
(Schiller, Das Lied von der Glocke)
Wer die Arbeit kennt, der rennt.
(Scherzhaftes Sprichwort)
Wer die Arbeit kennt und sich nicht drückt – der ist verrückt.
(Scherzhaftes Sprichwort)
Wer lässig ist in seiner Arbeit, der ist ein Bruder des, der das Seine umbringt.
(Spr. Salom. 18, 9)
Wer zuschaut, dem ist keine Arbeit zu schwer.
(Sprichwort)
Wie die Arbeit, so der Lohn.
(Sprichwort)
Wie die Bezahlung, so die Arbeit.
(Sprichwort)
Wo Arbeit das Haus bewacht, da kann die Armut nicht hinein.
(Sprichwort)
Arbeite brav und leb genau!
(G. A. Bürger, Raubgraf)
Arbeite wie ein Sklave und iß wie ein Lord.
(Albanisches Sprichwort)
Arbeiten und nicht verzweifeln.
(Sprichwort, nach T. Carlyle)
Gott sorgt, wir aber sollen arbeiten.
(M. Luther)
Nicht zu arbeiten ist schlimmer, als sich zu überarbeiten.
(S. Smiles, Charakter)
So jemand nicht will arbeiten, der soll auch nicht essen.
(2. Thess. 3, 10)
Wer nicht richtig faulenzen kann, kann auch nicht richtig arbeiten.
(Sprichwort)
Arbeiter im Weinberge des Herrn.
(Matth. 20 u. 21, 28) Soviel wie: Geistliche.
Der Arbeiter soll seine Pflicht tun, der Arbeitgeber soll mehr tun als seine Pflicht!
(M. v. Ebner-Eschenbach)
Ein guter Antreiber ist mehr wert als zehn Arbeiter.
(Sprichwort)
Ein schlechter Arbeiter findet nie gutes Werkzeug.
(Französisches Sprichwort)
Gute Belohnung macht willige Arbeiter.
(Sprichwort)
Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert.
(Sprichwort, nach Luk. 10, 7 u. 1. Tim. 5, 18)
Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht gibt, der ist ein Bluthund.
(Jes. Sir. 34, 27)
Wenn man arbeitet, hat man keine Zeit, Geld zu verdienen.
(Polnisch-jüdisches Sprichwort)
Wer nicht arbeitet, soll nicht nur nicht essen, sondern braucht auch nicht zu lieben.
(G. Keller, Grüner Heinrich)
Wo man arbeitet, da ist genug; wo man aber mit Worten umgeht, da ist Mangel.
(Spr. Salom. 14, 23)
Der Arbeiter soll seine Pflicht tun, der Arbeitgeber soll mehr tun als seine Pflicht!
(M. v. Ebner-Eschenbach)
Arbeitstage voll rüstiger Plage sind die besten von allen Festen.
(F. Schanz, Spruchstrophen)
Architektur ist erstarrte Musik.
(F. W. Schelling)
Bemüh dich nur und sei hübsch froh, der Ärger kommt schon sowieso.
(W. Busch)
Der Ärger gleicht’nem überhitzgen Pferd, das, gebt ihr Freiheit, am eignen Feuer ermüdet.
(Shakespeare, Heinrich VIII.)
Leute, die sich ärgern, gibt’s immer.
(W. Busch)
Den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.
(1. Kor. 1, 23)
Ein Ärgernis ist nur, wo man es nimmt, gegeben; dir Vorgeworfnes brauchst du ja nicht aufzuheben.
(F. Rückert, Weisheit des Brahmanen)
Kommt doch das Ärgernis von oben.
(Schiller, Wallensteins Lager)
Weh dem Menschen, durch welchen Ärgernis kommt!
(Matth. 18, 7)
Die Beleidigungen sind die Argumente jener, die über keine Argumente verfügen.
(J. J. Rousseau)
Sei nicht ungeduldig, wenn man deine Argumente nicht gelten läßt.
(Goethe, Maximen und Reflexionen)
Mit Argusaugen hüten.
(Redensart, nach der griechischen Sage) Sehr sorgfältig bewachen
Verrat und Argwohn lauscht in allen Ecken.
(Schiller, Wilhelm Tell)
War doch der Argwohn stets der zweiten Ehe Frucht.
(Schiller, Phädra)
Wer durch des Argwohns Brille schaut, sieht Raupen selbst im Sauerkraut.
(W. Busch)
Wir sind argwöhnisch, wir Menschenkinder auf Erden.
(Homer, Odyssee)
Ariadnefaden.
(Redensart, nach der griechischen Sage) Wegweiser, Leitfaden
Arion war der Töne Meister.
(A. W. Schlegel, Arion)
Auch ich war in Arkadien geboren.
(Schiller, Resignation) Arkadien: Land der Unschuld u. des Friedens
Arm in Arm mit dir, so fordr’ ich mein Jahrhundert in die Schranken.
(Schiller, Don Carlos)
Arm ist, wer den Tod wünscht, ärmer, wer ihn fürchtet.
(Sprichwort)
Arm oder reich – vor Gott sind alle gleich.
(Sprichwort)
Arm wie eine Kirchenmaus.
(Redensart)
Arm wie Hiob.
(Redensart, nach Hiob 17, 6)
Besser arm in Ehren als reich in Schanden.
(Sprichwort)
Das sicherste Mittel arm zu bleiben, ist, ein ehrlicher Mann zu sein.
(Napoleon I.)
Jemanden auf den Arm nehmen.
(Redensart) Jemanden verspotten
Mancher ist arm bei großem Gut, und mancher ist reich bei seiner Armut.
(Spr. Salom. 13, 7)
Nicht der ist arm, der wenig hat; nur der ist arm, der vieles hat.
(P. Ernst, Gedichte)
Gott der Allmächtige blies, und die Armada flog nach allen Winden.
(Schiller, Unüberwindliche Flotte)
Arme Leute kennt niemand.
(Sprichwort)
Arme Leute kochen dünne Suppen.
(Sprichwort)
Der Arme soll sparsam sein, der Reiche soll ausgeben.
(P. Ernst, Erdachte Gespräche)
Der sogenannte arme Mann.
(Graf F. v. Ballestrem im Deutschen Reichstag, 1879)
Is ja allens da, is ja nich wie bei arme Leute.
(D. Kalisch, Aktienbudiker)
Reiche haben die Medizin, Arme die Gesundheit.
(Sprichwort)
Reiche Leute haben Vettern und Muhmen in jedem Winkel der Welt; der Arme ist nur mit dem Elend verwandt.
(A. v. Kotzebue)
Stirbt der Reiche, so geht man zur Leiche; stirbt der Arme, daß Gott erbarme.
(Sprichwort)
Disziplin ist die ganze Seele der Armee.
(H. v. Moltke)
Ich fühle eine Armee in meiner Faust.
(Schiller, Räuber)
Zur großen Armee abberufen werden.
(Redensart) Soviel wie: sterben
Kann ich Armeen aus der Erde stampfen? Wächst mir ein Kornfeld in der flachen Hand?
(Schiller, Jungfrau von Orleans)
Etwas aus dem Ärmel schütteln.
(Redensart) Etwas mühelos vollbringen
Dem Armen hilf, den Bettler verjag’!
(Sprichwort)
Der Branntwein ist das Getränk des berühmten armen Mannes.
(Bismarck im Dtsch. Reichstag, 1881)
Einem Armen mangelt viel, einem Geizigen alles.
(Sprichwort)
Einen Armen hassen auch seine Nächsten; aber die Reichen haben viele Freunde.
(Spr. Salom. 14, 20)
Ihr laßt den Armen schuldig werden, dann überlaßt ihr ihn der Pein.
(Goethe, Harfenspieler)
In den Armen liegen sich beide und weinen vor Schmerzen und Freude.
(Schiller, Bürgschaft)
Nur in den Armen ist Heil, und nicht in der Laune des Kampfes.
(Homer, Ilias)
Wer dem Armen gibt, dem wird nichts mangeln.
(Spr. Salom. 28, 27)
Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem Herrn; der wird ihm wieder Gutes vergelten.
(Spr. Salom. 19, 17)
Armenvater.
(Redensart, nach Hiob 29, 16)
Ein Armer kennt seine Verwandten besser als ein Reicher.
(Sprichwort)
Ein gesunder Armer ist ein halber Reicher.
(Chinesisches Sprichwort)
Findet ein Armer ein Geldstück, ist’s sicher ein falsches.
(Russisches Sprichwort)
Armselig sind nie die Zeiten, sondern nur wir.
(H. Claudius)
Armut des Geistes Gott erfreut, Armut und nicht Armseligkeit.
(M. Claudius, Ein gülden Abc)
Armut ist die einzige Last, die schwerer wird, je mehr Geliebte daran tragen.
(Jean Paul, Siebenkäs)
Armut ist die größte Plage, Reichtum ist das höchste Gut.
(Goethe, Schatzgräber)
Armut ist ein großer Glanz aus Innen.