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Ronald Thiel

Nichts zu verbergen





BookRix GmbH & Co. KG
80331 München

Infos

 

Das Buch:

 

„Was ich mache, kann ruhig jeder wissen.“

So lautet ein oft geäußertes Argument bezüglich der Datenüberwachung und -speicherung durch die Behörden.

Sandra Meyer hatte auch nichts zu verbergen gehabt.

Dennoch wurde sie „festgenommen“ und musste – obwohl unschuldig - mehrere qualvolle Tage im Gefängnis verbringen.

 

 

Der Autor:

 

Ronald Thiel, Jahrgang 1953, lebt seit seinem Studium zum Diplompädagogen in Aachen.

Er hat in verschiedenen sozialen Bereichen gearbeitet, u.a. mit Langzeitarbeitslosen, psychisch Kranken, Asylbewerbern und in einer Wohngruppe für junge Mädchen.

 

Weitere Bücher des Autors:

 

Wurzeln Flügel – Ein Erziehungsratgeber

Aachener Sagen und Legenden

Ein Tag im Sommer - Erzählung

Geschichten vom Kleinen Elch – Für Kinder von 8 bis 80

Gewalt in der Beziehung – Ein Leitfaden

Die Dombes – Land der tausend Seen

 

www.facebook.com/ronald.thiel.buecher

Titel

 

 

Nichts zu verbergen

 

 

 

 

Erzählung

 

 

 

 

Copyright für Text und Titelbild:

 

© Ronald Thiel 2015

 

Alle Rechte vorbehalten

 

 

 

  

 

Ähnlichkeiten mit realen Ereignissen sind

 

nicht

 

rein zufällig.

 

 

Prolog

 

 

Ich habe nichts zu verbergen.

Wenn Sandra Meyer dieses Argument heute hört, bekommt sie Gänsehaut, ihr Magen krampft sich zusammen, und sie beginnt zu zittern.

Sie hatte damals auch nichts zu verbergen gehabt.

Absolut nichts.

Und dennoch war sie von Polizisten mit Maschinenpistolen umringt gewesen.

Sandra Meyer hat das sogar zweimal erleben müssen. Und das hat sie – und wird sie – nie vergessen.

NIEMALS.

Diese Ereignisse haben ihr Leben auf den Kopf gestellt.

Sandra Meyer wollte Lehrerin werden.

Dazu ist es aber nie gekommen, weil Maschinenpistolen auf sie gerichtet worden sind.

Mindestens einmal zu viel, wie sie schmerzlich – und das im wahrsten Sinne des Wortes – erfahren musste.

 

 

*****

 

 

Heute

 

 

Sandra Meyer, geborene Höllerich, ist siebenundfünfzig Jahre alt, verheiratet mit Bernhard Meyer, einem Architekten, und sie hat zwei längst erwachsene Kinder, die ihrer eigenen Wege gehen.

Es hätte auch ihr Weg sein können.

Beide Töchter sind Lehrerinnen geworden.

Doch Sandra arbeitet als Bürokauffrau in der Tischlerfirma ihres Bruders, und das schon seit mehr als dreißig Jahren. Bernhard, ihr Mann, hatte zwar von Anfang an gewollt, dass sie in seinem Architekturbüro arbeiten sollte, aber sie war immer schon – und das ist sie auch heute noch - der Meinung, dass das zu viel Nähe erzeugen würde und nicht gut für eine Beziehung wäre.

Manchmal beneidet sie ihre Töchter, weil sie das erreicht haben, was ihr verwehrt geblieben ist, aber das ist kein wirklicher Neid, sondern vielmehr das Bedauern darüber, dass sie diesen Weg eben nicht hat gehen können.

 

 

*****