Sterne am Brocken
 
Franziska Göbke

 

Version vom 05.07.2016

 

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Korrektorat: Kleines Korrekturleserboot

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stellamaris.autorin@gmail.com

Franziska Göbke

Postfach 101332

38843 Wernigerode

 

Cover: Maksim Shmeljov-59141281 (Fotolia)

 

Alle Rechte vorbehalten. Der vollständige oder teilweise Nachdruck, in jeglicher Form ist untersagt und nur mit einer schriftlichen Genehmigung der Autorin möglich!

 

 

Prolog

 

Ein raues Stöhnen entrang sich quälend meiner Kehle. Meine Arme waren fest über den Kopf, an ein Metallbett gekettet. Durch das Scheuern der Handschellen waren sie bereits wund und schmerzten. Doch es war nichts, im Vergleich zu dem heftigen pulsieren, meines Schwanzes. Ich wollte, dass sie ihn berührte, mit dem Mund verwöhnte. Doch sie bewegte sich keinen Zentimeter.

Ich betrachtete die Person, welche mir seit geraumer Zeit diesen intensiven Schmerz zwischen den Beinen bescherte.

Lange kupferrote Haare fielen in lockigen Kaskaden über ihren schlanken Rücken, bis zum Ansatz ihres Hinterteils. Sie trug ein hautenges weißes Top, welches nur knapp über dem Bauchnabel endete. Durch den dünnen Stoff konnte ich die steifen Nippel klar und deutlich erkennen. Wie gerne würde ich jetzt mit meinen Lippen daran saugen, bis sie vor Lust laut stöhnte.

Wieder zuckte mein Schwanz heftig.

Ihre enge Jeans hing auf den schmalen Hüften und betonte ihre langen, schlanken Beine.

Verführerisch fuhr sie sich mit den Fingern wild durch die Haare und ließ den Kopf nach hinten in den Nacken sinken.

Der Anblick allein verursachte mir ein tierisches Brennen an meinen Eiern. Ich wollte sie auf mich ziehen und mich in ihr versenken. Ein wohliger Schauer durchfuhr immer wieder meinen Körper und hallte in meinem Schwanz nieder.

Langsam, fast in Zeitlupe, kam sie zu mir heran und kniete sich genüsslich zwischen meine Beine.

Oh ja Baby. Schon die Vorstellung, sie könnte ihn in den Mund nehmen, brachte mich fast zum Höhepunkt.

Mach mich endlich los, dann kann ich dich endlich packen und durchficken. Mein Schwanz hält deine Tortur kaum noch durch.

Sie leckte sich die Lippen und berührte grausam langsam und leicht meine Eichel.

Heftig explodierte ich an ihrem Mund und schrie meinen Orgasmus laut heraus.

Von meinem Schrei geweckt, schreckte ich schweratmend und schweißgebadet auf.

Verdammt, diese Träume machten mich langsam wahnsinnig. Seit fast 3 Wochen hatte ich ein und denselben Traum. Immer wieder schlich sich diese rothaarige Schönheit hinein und ging erst dann, wenn ich meinen Höhepunkt fand.

Angespannt schaute ich auf den Wecker neben mir. 5 Uhr. Jetzt brauchte ich nicht mehr versuchen zu schlafen. In einer Stunde hätte er sowieso geklingelt.

Genervt schlug ich die Decke zurück. Eine heiße Dusche war das Einzige, was meinen Tag jetzt noch retten konnte.

 

 

PROFIL: Escort Stella

 

Stella ist eine sehr liebevolle Erscheinung und eine leidenschaftliche Liebhaberin.

Ihr leicht zurückhaltender Charme wirkt warmherzig und sympathisch, sodass jedes Date mit ihr ein absolutes Highlight wird.

Sie schätzt eine humorvolle Konversation, Abwechslung und die Herausforderung als Escortdame.

Genießen sie Stella als perfekte Begleiterin für jeden Anlass.

Stella steht für Haus-und Hotelbesuche sowie als Begleiterin für Geschäftsessen und Feierlichkeiten jeglicher Art zur Verfügung.

 

Name: Stella

Alter: 24

Konfektionsgröße: 36

Größe: 167 cm

Haarfarbe: kupferrot

Augenfarbe: grün

BH-Größe: 75 B

Sprachen: Deutsch, Englisch

Interessen: Theater, Kultur, Musicals, Musik, Lesen

Getränke: Weißwein, Sekt

Küche: international

Vorlieben: Toys, Oralverkehr, Striptease, softe Fesselspiele-aktiv/passiv, Dirty Talk, Zungenküsse, Rollenspiele

 

Die jeweiligen Honorarkosten unserer Escorts erhalten Sie separat.

 

Bitte denken Sie daran, Rechtzeitig zu buchen. Zwar können auch kurzfristige Termine möglich sein, dies ist allerdings nicht der Regelfall.

 

Kapitel 1

-Romy-

 

»Bist du völlig Irre geworden?«, wütend ließ ich mein Buch auf das Sofa sinken. Eigentlich hatte ich vor für meine nächste Klausur zu lernen. Doch wie so oft warf meine Mitbewohnerin und Studienkollegin alles durcheinander.

»Mensch Romy, bitte. Ich schaffe es so schon kaum, meine Klausuren zu bestehen. Außerdem ist es doch nur dieses eine Mal und du kannst ja alles auch, ohne zu lernen«, wild schritt sie durch mein kleines Zimmer. Leas Situation konnte ich nur allzu gut nachvollziehen. Unser krasser Gegensatz war nicht nur an den Leistungen im Studium zu erkennen. Auch so waren wir beide grundweg verschieden. Während ich kaum Zeit in mein Studium investieren musste, um für Klausuren zu lernen, war es bei Lea oft so, dass das absolute Chaos ausbrach. In etwa so, wie in diesem Moment.

»Was hat das denn bitte damit zu tun, dass ich meinen Stoff bereits kann? Ich will und werde nicht für dich kellnern gehen.« Entschieden griff ich nach meinem Buch. Eine Diskussion mit Lea wäre nun aber nicht automatisch vorbei. Nein. Sie begann erst.

»Romy bitte, hilf mir doch nur dieses eine Mal. Ich weiß nicht was ich sonst machen soll. Professor Lange lässt mich eiskalt durchfallen und ich verliere ein ganzes Semester.« Angespannt nahm sie neben mir, auf dem Sofa platz. Es war kaum noch zu zählen, wie oft sie mich nur dieses eine Mal schon um was gebeten hatte. Normalerweise stellte das auch kein Problem für mich dar. Nur diese Bitte konnte ich ihr unmöglich erfüllen. Und das müsste ich ihr wohl irgendwie klar machen.

»Lea. Es liegt doch nicht daran, dass ich dir nicht helfen möchte. Aber versteh mich auch. Du kellnerst oben im Brockenhotel. Wie wahrscheinlich wäre es, gerade heute, dass mich einer meiner Kunden wiedererkennt!« Überrascht sah sie mich an.

»Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht. Aber die Klausur morgen?«

Genervt ließ ich mein Buch erneut sinken. Lea tat mir leid. Aber das Risiko war einfach zu groß. Explizit heute. Normalerweise hatte sie keine Probleme, ihren Job dort oben auszuführen. Jedoch gab es am heutigen Tag, im Hotel, eine spezielle Weihnachtsfeier. Und deren Gäste waren zum Großteil meine Kunden.

»Süße, ich kann dir wirklich nicht helfen. Stell dir doch die Situation vor, mich würde jemand erkennen. Dann bin ich meinen Job los.«

Ein Studium kostet viel Geld. Exakt wie die Wohnung, die wir beiden hier hatten. Und wir reden noch nicht von den Kosten für das Auto oder die Lebensmittel.

Da ich bei mittellosen Pflegeeltern aufgewachsen bin, wusste ich, wie schlimm das Leben am Abgrund sein konnte. Unter allen Umständen wollte ich verhindern, dass es mir heute noch einmal so ergehen könnte. Vielleicht mag mein Job für den ein oder anderen unakzeptabel sein, für mich war er es aber.

»Denkst du denn wirklich, da oben könnte jemand sein?«, fiel mir Lea in meine Gedankengänge.

Gute Frage. Eine Liste, wer alles anwesend sein würde, hatte ich ja nicht vorliegen. Zumal es ja auch ihr Job war und nicht meiner.

»Ja, das denke ich. Und es verursacht mir Bauchschmerzen.«

Kannst du nicht einfach hinnehmen, was ich dir sage? Ob ich ihr nun gern helfen wollte oder nicht. Bei dieser Art von offiziellen Veranstaltungen würde jeder Kellner einem speziellen Tisch zugewiesen. Das hieß, Vorstellung mit Name. Somit wäre meine Identität vollends aufgeflogen. Eine Dame für gewisse Stunden zu sein, brachte mir zwar genug Geld ein, um ohne Probleme über die Runden zu kommen, allerdings musste man auch sehr auf sein Privatleben achten. Von einigen meiner Kolleginnen in der Agentur wusste ich, dass es auch Kunden gab, die irgendwann mehr wollten. Eine Situation, die sich bei mir Gott sei Dank noch nicht ereignet hatte.

»Ich hab da so eine Idee«, sagte Lea an mich gewandt. Ihr Gesicht fing an zu strahlen. Oh weh, kein gutes Zeichen. Ich wappnete mich innerlich bereits, auf das, was gleich passieren würde.

»Du wirst einfach in meinem Namen kellnern. Das könnte ich mit meinem Chef absprechen. Was sagst du? Du hast deine Anonymität und ich kann in ruhe lernen.«

Ich wusste, dass nichts Gutes dabei herauskommen wird.

»Ist das dein ernst? Und was ist mit dem Rest. An meinen feuerroten Haaren erkennt mich auch jeder.«

Sie nahm meine Hand und streichelte über meine Fingerknöchel

»Bitte liebe Romy.« Mir blieb aber auch nichts erspart.

»Ja ist gut. Ich kellnere. Und ich warne dich. Sollte das ein Scheiß Abend werden, wirst du einen Monat lang putzen.«

Damit stand ich vom Sofa auf und ging ins Bad. Ihre unplanmäßige Bitte hatte mein ruhiges Abendkonzept abrupt beendet. Fürs Erste müsste ich Duschen und mich ein wenig zurechtmachen. Zum Glück hatte ich darin bereits viel Übung. Da ich schon lange bei der Escortagentur arbeitete, war mein Terminkalender stets sehr ausgebucht und trotzdem nahm ich hin und wieder spontan einen Kunden an. Das hieß allerdings auch, sich in windeseile herauszuputzen. Für einen einfachen Kellnerjob, wie heute Abend, würde ein minimal Programm jedoch reichen.

Von der Tür aus rief Lea mir zu, dass sie alles mit ihrem Chef geklärt hätte. Soweit so gut. Ich stieg unter die Dusche und genoss das warme Wasser.

 

-Noah-

 

Wütend schlug ich mit der flachen Hand auf meinen Schreibtisch. An Situationen wie diese hier bin ich gewöhnt. Jedoch nicht von meinem Schwager, dem Mann meiner Schwester.

»Wie dumm bist du eigentlich Steffen? Du kannst Jill nicht einfach betrügen. Noch dazu mit einer Escort-Dame. Ein One-Night-Stand aus der Disco, wäre ja schon schlimm genug, aber warum musste es ausgerechnet ein Escort sein? Hast du es neuerdings so nötig?«, böse funkelte ich ihn an. Seit Jahren dieses Hin und Her mit meiner Schwester. Und meist stand ich zwischen den Stühlen. Denn zu meinem Leidwesen wollte er auch dieses Mal wieder bei mir wohnen.

»Das sagt gerade der richtige, Noah. Ich träume eben nicht nur von heißen Frauen, ich ficke sie auch.«

Meine Wut über seine Äußerung wuchs. Ich wusste, auf was er anspielte. Denn er war neben Jan der Einzige, mit dem ich über meine Träume gesprochen hatte.

»Das hat ja wohl kaum was damit zu tun. Ich bin Single. Du bist seit mehr als 6 Jahren verheiratet. So langsam solltest du besser darüber nachdenken, wo du deinen Schwanz rein steckst.« Doch anstatt sich meine Standpauke zu Herzen zu nehmen, rollte Steffen nur mit den Augen. Es war zum verrückt werden.

»Kann ich nun hier pennen oder nicht?«

Eigentlich müsste ich ihm eine Abfuhr erteilen. Aber ich tat es nicht. Wenn er nicht bei mir unterkommen würde, dann würde er zu seinen nutzlosen Freunden gehen und noch mehr Mist bauen.

»Von mir aus, aber hinterlass hier kein Chaos. Das letzte Mal hat mir vollauf gereicht.«

Zufrieden nahm Steffen seine Tasche und war im Begriff zu gehen. Doch anstatt mein Büro zu verlassen, drehte er sich noch einmal um und legte mir eine kleine Karte auf den Tisch.

»Du brauchst es mehr als ich. Falls du mich suchst, ich bin im Gästezimmer.« Mit diesen Worten verließ er endlich mein Büro.

Gestresst fuhr ich mir durch die Haare. Ein Gast war das Letzte, was ich im Moment gebrauchen konnte. Meine Auftragsbücher waren voll, die Abende mit Feiern verplant und an Schlaf war nicht zu denken. Verfluchte Träume. Was hatte ich nicht so alles in Angriff genommen. Selbst einen Psychologen hatte ich aufgesucht. Allerdings war dies absolute Geldverschwendung. Zu viel Stress hieß es. Das ich nicht lache. Stress hatte ich seit meinem 16 Lebensjahr.
Mein Handy summte und erinnerte mich an meinen heutigen Abendtermin. Einer meiner Geschäftspartner hatte mich zu seiner Weihnachtsfeier eingeladen. Die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen bot sich. Das war auch der einzige Grund, weshalb ich zugesagt hatte. Privat mied ich solche Art der Zusammenkunft, strickt.

Was zum einen an meiner Erfahrung in der Kindheit lag.

Nach außen hin gut auszusehen war meinen Eltern immer wichtiger, als das Wohl von meiner Schwester und mir. Weihnachten 200 Gäste, zum Geburtstag 300 Gäste und so weiter. Nie gab es reine Familienzeit. Für mich persönlich wäre es wichtig gewesen.

Ich schüttelte meine Vergangenheit ein Stück weit ab und konzentrierte mich auf meinen bevorstehenden Termin. In weniger als einer halben Stunde würde mein bester Freund und Geschäftspartner Jan mich abholen. Und ich hatte es noch nicht einmal geschafft mich zu duschen, geschweige denn umzuziehen.

Schnell legte ich das Tablet in meine Aktentasche und verschwand in Richtung Bad.

An die Größe, meines neu erworbenen Hauses, hatte ich mich noch nicht vollends gewöhnt. Und so ganz alleine kam es mir oft zu groß und einsam vor. Es wäre wunderbar, mit der passenden Frau und Kindern, die tobend durch die Räume streiften. Aber nach meiner aktuellen Auftragslage würden Heiraten und Familienplanung erstmal ein Traum bleiben müssen.

Enttäuscht über die Wendung meiner Gedanken, ging ich die große Wendeltreppe nach oben ins Erdgeschoss. Hier befand sich ein großes Wohnzimmer mit Essbereich und einer anschließenden Küche. Ein Gästezimmer und ein kleines WC waren auch vorhanden. Im ersten Obergeschoss befanden sich das große Schlafzimmer sowie zwei Kinderzimmer und das Bad.

Das Dachgeschoss war ebenfalls ausgebaut und wartete nur darauf, dass es jemand liebevoll einrichtete.

Manchmal kam mir der Gedanke, es vielleicht zu vermieten. Die meiste Zeit verbrachte ich eh in meinem Büro im Keller oder bei den jeweiligen Kunden.

Ich griff nach meinem Anzug, der perfekt gebügelt am Schrank hing und verschwand im Badezimmer. Irgendwie würde ich diesen Abend schon überstehen. Und zum Glück war ich ja auch nicht allein.

 

Kapitel 2

-Romy-

 

45 Minuten später betrachtete ich mich zufrieden im Spiegel. Das Make-up hatte ich dezent gewählt und die Haare zu einem strengen Zopf geflochten. Was nicht immer leicht ist, da die Spitzen inzwischen bis zu den Hüften reichten. Doch heute müsste es so gehen. Perfektion war Voraussetzung, um im Brocken Hotel arbeiten zu können.

Zu Beginn der Studienzeit hatte ich gemeinsam mit Lea dort oben gearbeitet. Allerdings zeigte sich auch schnell, dass ich mit meinem Körper und meiner Lust auf Sex, besseres Geld verdienen konnte. Keine zwei Wochen später unterschrieb ich einen Vertrag, in einer Escort Agentur und war seitdem sehr gefragt. Oft bestand mein Job weniger aus Sex, sondern eher aus gemeinschaftlichen Abendunternehmungen und Geschäftsessen.

Mein fester Kundenstamm bewies mir immer wieder aufs Neue, dass ich alles richtig gemacht hatte.

Diese Woche gab es noch einen Termin dieser Art. Geschäftsessen mit Übernachtung. Wieder einmal konnte ich 500 Euro in die Kasse packen. Vielleicht könnte ich mir diesen Monat endlich einen neuen Laptop fürs Studium leisten. Freudig nahm ich meine Jacke vom Haken und trat in den kalten Dezemberabend. Bis zum Brocken hatte ich noch ein gutes Stück Weg vor mir. Insbesondere, weil ich nicht wusste, wie die Straßenverhältnisse waren. Welch Glück, das Leas Freund Jérôme sich mit Autos auskannte. Ohne Winterreifen wäre das ein Himmelfahrtskommando geworden.

Ich stieg in meinen kleinen Polo und begab mich auf die 20km lange Fahrt hinauf zum Brocken.

Seit drei Jahren wohnte ich bereits mit Lea in Schierke. Ein wunderschöner kleiner Ort im Oberharz.

Da ich im Harz groß geworden bin, stellte auch das Studium kein Grund für mich dar, nicht weiter hier leben zu wollen. Klar war die tägliche Fahrt nach Braunschweig von 70km, gerade im Winter eine Herausforderung. Aber die nahmen Lea und ich gerne für unser Germanistik Studium in kauf. Zudem befand sich meine Agentur ebenfalls in Braunschweig. Vorsichtig bog ich auf die Straße zum Brocken. Schneller als 30km/h würde ich bei der verschneiten Fahrbahn nicht fahren. Dazu kam, dass sich oberhalb keinerlei Leitplanken befanden und man im schlimmsten Falle den freien Fall anstrebte. In zwanzig Minuten musste ich oben im Hotel sein, mich umziehen und kurz mit meinem Alten Chef sprechen. In keiner Form war ich auf diesen Abend vorbereitet, so wie die restlichen Kollegen. Ein bisschen Nervosität machte sich breit. Es war so verdammt lange her, dass ich hier oben war. Vom kellnern ganz abgesehen. Und natürlich dem Umstand, dass es eine riesen Weihnachtsfeier mit knapp 200 Gästen war. So viel wusste ich immerhin von Lea. Auf alles andere musste ich mich gleich vorbereiten.

Die Lichter des Hotels tauchten langsam vor mir auf. Noch ein paar haarige Kurven und ich hatte es geschafft. Das Autofahren zumindest.

Aufgeregt fuhr ich auf den Mitarbeiter Parkplatz und stellte mein Auto ab.

Einige Kollegen standen draußen und relaxten bei einer letzten Zigarette. Grüßend ging ich an Ihnen vorbei. Viele Gesichter waren mir bekannt. Insbesondere derer einiger männlicher Kollegen. Okay, nicht nur ihre Gesichter. Aber die Gedanken daran wollte ich heute nicht wieder aufleben lassen.

Schnell ging ich eine weitere Treppe nach oben, um in das Büro des Chefs zu gelangen. Ich musste mich noch umziehen und dafür brauchte ich Klamotten. Vorsichtig klopfte ich an und wartete darauf, dass mich jemand hereinbat.

»Ja bitte«, kam es von drinnen.

»Ah Romy, schön dich wiederzusehen. Lea hatte mich ja bereits informiert. Ich habe dir die Dienstkleidung für heute Abend, schon in den Personalraum bringen lassen. Du kennst dich ja aus. Und noch etwas. Kevin wird dich einweisen. Wo er allerdings gerade steckt, weiß ich nicht.«