Gefährliche Männer küssen besser

Erotischer Roman

Bärbel Muschiol


ISBN: 978-3-95573-136-6
1. Auflage 2014, Bremen (Germany)
© 2014 Klarant UG (haftungsbeschränkt), 28355 Bremen, www.klarant.de

Titelbild: Unter Verwendung des Bildes 189409778 von Majdanski (shutterstock).

Sämtliche Figuren, Firmen und Ereignisse dieses Romans sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit echten Personen, lebend oder tot, ist rein zufällig und von der Autorin nicht beabsichtigt.

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Inhalt

Prolog

Vom Glück geküsst – Baciato dalla fortuna

Es gibt Menschen, bei denen läuft immer alles rund. In meinem Umfeld habe ich so einige dieser Glückskinder und das ist auch der Grund, dass ich ganz genau weiß, dass ich nicht zu dieser immer lächelnde Menschengruppe gehöre.

Die letzten Minuten meines Films vergehen, der kluge Gandalf und die kleinen, immer Glück habenden Hobbits versuchen immer noch verzweifelt, die Welt zu retten. Ich hatte gehofft, dass ein großer Berg Süßigkeiten und eine gute Flasche Rotwein meinen Liebeskummer besiegen können. Doch da hatte ich mich anscheinend geirrt.

Mein Herz blutet noch immer, das Einzige, was sich durch den Alkohol verändert hat, ist, dass ich den kleinen Hobbit gar nicht mehr so unattraktiv finde. Scheiße! Vor 9 Wochen habe ich mich von Adrian getrennt, der Liebe meines Lebens. Er ist Polizist, nein, das trifft es nicht ganz, er ist Teammitglied des Spezialeinsatzkommandos GSG9. Das bedeutet, dass ich nie wusste, wo er war, was er gerade machte und wann er wieder zurück zu mir kommt. Wenn ich zumindest die Gewissheit gehabt hätte, dass er sich und sein Leben nicht in Gefahr bringt, dann hätte ich mit dieser Unwissenheit vielleicht noch umgehen können. Doch zu seinem ganz normalen Tätigkeitsfeld gehören Dinge wie Bombenentschärfen, Terroristen aufspüren, Geiselnahmen beenden und Amokläufer ausschalten. Alleine schon die Tatsache, dass er immer vermummt zu den Einsätzen geht, eine schusssichere Weste und schnittfeste Handschuhe trägt, zeigt doch, dass dieser Job mehr als nur gefährlich ist. Das GSG9-Team kann zu jeder Zeit abgerufen werden, vollkommen egal, ob der Auftrag hier zu Lande oder auf einem anderen Teil des Planeten stattfindet. Am Anfang fand ich es als unschuldige Lehrerin einer ersten Klasse alles noch sehr sexy und aufregend, erst als aus der Verliebtheit Liebe geworden ist, hat mich die immer- währende Sorge um ihn zerfressen. Nachts konnte ich nicht mehr schlafen, tagsüber habe ich immer auf das Klingeln an der Tür gewartet, darauf, dass man mir seine Uhr überreicht und mir versichert, dass er sein Leben für das Allgemeinwohl geopfert hat. In anderen Berufen gehören ein Hammer, ein Skalpell oder eine Bohrmaschine zum ganz normalen Arbeitsmaterial. Für Adrian gehört eine Heckler & Koch MP7 quasi zur Standardausrüstung.

Der eigentliche Auslöser für die Trennung war ein einwöchiger Auslandseinsatz, aus dem er sich nicht bei mir melden durfte. In den sieben Tagen bin ich tausendmal gestorben. In meinem Kopf sind die schlimmsten und blutigsten Szenarien abgelaufen. In meine Zukunftspläne gehören Kinder, eine Familie und ein gemeinsames Zuhause. Adrian wäre der perfekte Ehemann für mich gewesen, ich will einen Mann, der in der Lage ist, seine Frau und seine Familie zu beschützen. In Adrians Nähe war ich sicher, so sicher wie noch nie in meinem Leben, zumindest mein Körper, denn mein Herz und mein Verstand sind durch ihn erst so richtig in Gefahr geraten. Mit ihm an meiner Seite habe ich mich so sicher wie noch nie gefühlt, die Ironie an der Sache war nur, dass er so gut wie nie an meiner Seite war.

Nach dieser Höllenwoche habe ich unsere Beziehung beendet. Ich bin in eine kleine Zweizimmerwohnung gezogen und versinke seitdem in ständigem Selbstmitleid. Mein Unterbewusstsein schüttelt nur missbilligend den Kopf, denn es versteht nicht, dass ich den Mann meines Lebens habe einfach laufen lassen. Seine Augen und sein Gesichtsausdruck in dem Moment, indem er verstanden hat, dass ich es ernst meine, werde ich nie vergessen. Ohne ein Wort zu sagen, hat er sich umgedreht, die Tür hinter sich zugeschlagen und ist gegangen. Seitdem habe ich ihn nicht wiedergesehen und kein Wort mehr mit ihm gewechselt. Eigentlich sollte es mir jetzt besser gehen, doch das tut es nicht. Ich vermisse ihn, seinen trainierten Körper, seine Selbstsicherheit und die vielen kleinen Zärtlichkeiten, die wir in jedem Moment unseres Lebens geteilt haben. Anstatt mir jetzt weniger Sorgen um ihn zu machen, ist meine Sorge nur noch größer geworden. Aber wie schon erwähnt, ich gehöre einfach nicht zu den Menschen, die vom Glück geküsst werden.